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Antje Petershagen
Antje Petershagen am 20.08.2026 um 09:31:20 Uhr

„Soll ich dankbar sein, dass ich Krebs hatte?“

Sabine, eine Klientin fragte mich das und ich hatte keine "perfekte" Antwort parat. Ich kenne die Frage und habe sie mir selbst auch schon gestellt. Ich habe mich langsam zu einer Antwort hingearbeitet, das kann ich sagen. 


Der Krebs hatte etwas in ihrem Leben verändert. 
Sabine hatte Entscheidungen getroffen, die sie ohne diese Erkrankung wahrscheinlich nicht getroffen hätte. Sie hatte begonnen, genauer hinzusehen. Auf ihr Leben, ihre Beziehungen, auf das, was ihr wirklich wichtig war. Manches, das schon lange nicht mehr zu ihr passte, hatte sie hinter sich gelassen.
Das ist die eine Seite.
Die andere ist ihre Fatigue, diese bleierne Erschöpfung, die nicht einfach verschwindet, nur weil die Behandlung vorbei ist. Diese Tage, an denen sie eigentlich etwas Schönes vorhat und dann merkt, dass die Kraft dafür nicht reicht.
„Und dafür soll ich dankbar sein?“
Nein.
Für den Krebs selbst muss sie nicht dankbar sein.


Wir sprechen nach einer schweren Erkrankung gerne darüber, was sie uns gelehrt hat. Was wir verändert haben. Was plötzlich wichtiger geworden ist. Das kann alles stimmen.
Aber daraus folgt nicht, dass wir für die Erkrankung dankbar sein müssen.
Ich denke an eine andere Klientin, die mich einmal fragte:
„Wenn ich nicht dankbar bin für das, was mir der Krebs gebracht hat – bin ich dann undankbar?“
All diese Fragen kommen häufig nach der Akuttherapie, weil wir dann mehr Zeit haben zu reflektieren, die Routine, die uns durch den Tag getragen hat, ist plötzlich nicht mehr da.
Dankbarkeit nach Krebs kann sehr widersprüchlich sein. Sie kann neben Wut stehen, neben Trauer, neben Erschöpfung.
Neben dem Gedanken, ich hätte mein Leben auch ohne diese Diagnose verändern wollen.
Ich nenne das für mich inzwischen fragmentierte Dankbarkeit.
Nicht die große Dankbarkeit für die Krankheit.
Sondern einzelne Momente, Menschen und Entscheidungen, für die ich dankbar bin.
Das eine nimmt dem anderen nichts weg.
Ich kann für mich sagen:
Der Krebs hat mein Leben verändert.
Und gleichzeitig hätte ich sehr gerne darauf verzichtet.
Ich kann mein heutiges Leben schätzen und mein früheres vermissen.
Ich kann an dem wachsen, was mir widerfahren ist, ohne dafür dankbar sein zu müssen, dass es mir widerfahren ist.
Vielleicht ist das sogar die ehrlichere Form von Dankbarkeit.
Nicht aus der Krankheit im Nachhinein eine gute Geschichte machen zu müssen.
Sondern anzuerkennen, dass eine schwere Erfahrung vieles in Bewegung bringen kann, auch Dinge, die man sich niemals freiwillig ausgesucht hätte.
Ich muss den Krebs nicht dankbar annehmen, um das Leben, das danach gekommen ist, lieben zu können.
Auch Sabine wird für sich Antworten finden, vielleicht braucht es auch noch erst einmal neue Fragen. 

#Psychoonkologie #Krebs #Dankbarkeit #LebenNachKrebs #Fatigue #Krebsnachsorge #Survivorship #Lebensqualität #Psychoonkologie20 #Berührungsräume

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Heika Rogge - Meinen
Heika Rogge - Meinen am 20.08.2026 um 09:26:32 Uhr

Alle sehen meine Stärke. Aber kaum jemand sieht, was sie mich manchmal kostet.

„Du bist so stark.“
„Du bekommst das schon hin.“
„Auf dich kann man sich verlassen.“
„Ich bewundere deinen Mut.“


Solche Sätze habe ich oft gehört.


Und ja – ich bin pragmatisch.
Ich kann organisieren.
Ich kann strukturieren.
Ich treffe Entscheidungen.
Ich übernehme Verantwortung.
Und wenn es schwierig wird, suche ich meistens ziemlich schnell nach einer Lösung.


So kennen mich viele.
Und wahrscheinlich habe ich mich selbst auch sehr lange genau so gesehen.
Aber das ist nur eine Seite von mir.
Denn hinter dieser Stärke gibt es auch eine Frau, die manchmal zweifelt.


Die müde ist.
Die nicht immer entscheiden möchte.
Die sich manchmal wünscht, jemand anderes würde einfach sagen:
„Lass mal. Ich kümmere mich darum.“


Und manchmal brauche ich überhaupt keine Lösung.
Ich brauche Nähe.
Eine Umarmung.
Eine Schulter.
Einen Moment, in dem ich nichts erklären, organisieren oder tragen muss.


Gerade wenn im Außen viel passiert, kann etwas Widersprüchliches entstehen:
Obwohl wir Nähe eigentlich besonders brauchen, entfernen wir uns innerlich von den Menschen, die uns nahestehen.
Wir sind erschöpft.
Vielleicht schneller gereizt.
Manchmal kommen Worte schärfer heraus, als wir sie eigentlich meinen.
Oder wir ziehen uns zurück.


Und irgendwann entsteht dieses Gefühl:
Ich bin mit allem allein.
Dabei sehen die Menschen um uns herum häufig nur das Bild, das sie von uns kennen:
Die Starke.
Die Verlässliche.
Diejenige, die das schon irgendwie schafft.


Aber niemand kann sehen, was hinter unserer Stirn passiert.
Niemand kann automatisch wissen, dass wir gerade nicht noch einen guten Ratschlag brauchen, sondern vielleicht einfach eine feste Umarmung.
Oder Entlastung.
Oder jemanden, der sagt:
„Du musst das gerade nicht alleine tragen.“


Das habe ich in den vergangenen Wochen selbst wieder lernen dürfen.
Nicht darauf zu warten, dass andere erraten, was ich brauche.
Sondern mich zuerst selbst zu fragen:
Was brauche ich gerade wirklich?
Und dann den Mut zu haben, genau das auszusprechen.
„Ich brauche dich gerade.“
„Kannst du mich einfach einmal festhalten?“
„Ich möchte gerade keine Lösung. Hör mir bitte einfach zu.“
„Kannst du mir etwas abnehmen?“


Vielleicht bedeutet Stärke eben nicht, immer alles alleine tragen zu können.
Vielleicht zeigt sich Stärke auch darin, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen – und den Mut zu haben, sie einem anderen Menschen zu zeigen.


Fällt es dir leicht zu sagen, was du wirklich brauchst?


#FrauenInDerLebensmitte #Frauen50plus #EmotionaleNähe #Selbstfürsorge #Selbstwahrnehmung #PsychologischeBeratung

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Ulrike Scholz
Ulrike Scholz am 20.08.2026 um 09:21:24 Uhr

Das will doch keiner lesen.

Vor zwei Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich einmal regelmäßig Beiträge veröffentlichen würde.


LinkedIn? Social Media? Fallstudien?


Lange dachte ich: Ich muss doch nun nicht auch noch über Dinge schreiben, die eigentlich schon jeder weiß.


Heute sehe ich das ein bisschen anders.


Ich habe Freude daran gefunden, psychologische Zusammenhänge in eine alltagstaugliche Sprache zu übersetzen.
Vielleicht liegt es auch ein wenig daran, dass mein ursprünglicher Beruf Übersetzerin ist.


Und manchmal führt dieser Weg sogar bis in ein Fachmagazin.
Nun ist bereits meine zweite Fallstudie im Fachmagazin des VFP erschienen und darüber freue ich mich sehr.


Was mich an therapeutischer Arbeit immer wieder fasziniert, ist, dass Veränderung manchmal schon an einem einzigen Bild sichtbar wird.
In der beschriebenen Begleitung war es das Bild eines schweren Mantels, der alles belastend und mühsam machte. Im Laufe der Therapie wurde daraus ein leichter Regenmantel.


Der Schutz blieb. Die Schwere durfte gehen.


Aus diesem inneren Bild entstand schließlich auch der Titel der Fallstudie:
„Ab jetzt reicht ein Regenmantel – wenn aus Schwere wieder Leichtigkeit wird.“


Die Veröffentlichung beschreibt den therapeutischen Prozess einer jungen Frau nach einer Trennung und zeigt, wie ressourcenorientierte Psychotherapie dabei unterstützen kann, wieder Vertrauen in sich selbst und das eigene Leben zu entwickeln.


Ich freue mich sehr, dass dieser therapeutische Weg nun auch andere Kolleginnen und Kollegen inspirieren darf.


Und vielleicht ist genau das für mich das Schönste an diesem Weg:
Was vor zwei Jahren mit der Frage begann, ob ich überhaupt etwas zu sagen habe, ist inzwischen zu einer großen Freude am Schreiben geworden.


Nicht, weil noch nicht alles gesagt wurde.
Sondern weil es vielleicht auch etwas ausmacht, wie wir etwas sagen.


Den vollständigen Artikel findest du hier:
https://lnkd.in/eYSutVD4



#Psychotherapie #Psychologie #Fallstudie

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Christian Krause
Christian Krause am 19.08.2026 um 15:14:09 Uhr

Fremdschämen, was soll das?

Ernsthaft, was zur Hölle soll das? Wozu soll das gut sein? Wie kann ich mich für etwas schämen, was andere tun oder taten? Im besten Fall ist es übergriffig. Du nimmst dir etwas, was dir nicht gehört. Im schlimmsten Fall wird mit der eigenen moralischen Überlegenheit gewunken. Schau ich hab soviel moralische Integrität und Überlegenheit, ich kann sogar was davon abgeben. Fremdscham ist eine Verschwendung von Ressourcen. 
 
Lehne Verhalten ab, mach es anders, sprich es an, distanzier dich davon. Alles sinnvoller, als sich fremd zu schämen. Alles sinnvoller als Verantwortung zu nehmen, die nicht deine ist. Wenn andere Menschen die Einsicht nicht erreichen können, dass ihr Verhalten nicht angemessen ist, ist nichts gewonnen, wenn du dich dafür schämst. Nicht für dich, nicht für andere. Bleib bei dir selbst.

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Andrea Klara Fröhlich
Andrea Klara Fröhlich am 19.08.2026 um 13:12:28 Uhr

Was macht eine Lebensentscheidung wirklich tragfähig?

An großen persönlichen und beruflichen Wendepunkten im Leben stehen wir oft vor Entscheidungen, die weit über den Alltag hinausreichen. Sie berühren unser privates Umfeld, verändern Beziehungen und bringen manchmal unser gesamtes Selbstbild ins Wanken. Selbst wenn ein neuer Schritt rational absolut richtig erscheint, bleibt im Inneren oft eine tiefe Ambivalenz zurück.


Was macht eine Entscheidung in solchen Momenten wirklich tragfähig?


Aus meiner Erfahrung in der Begleitung von Menschen an diesen Schwellenwegen weiß ich: Es sind nicht möglichst viele Informationen. Es ist nicht der Weg, bei dem alle im Außen zufrieden sind. Und es ist auch nicht die Entscheidung, bei der es überhaupt keine Zweifel mehr gibt.


Eine tragfähige Entscheidung entsteht dann, wenn wir die verschiedenen inneren Ebenen miteinander in Verbindung bringen:


Was will ich wirklich?
Was ist mir tief im Inneren wichtig?
Welchen Preis bin ich bereit, für diesen Weg zu tragen?
Gerade Menschen, die in ihrem Alltag in anspruchsvollen Positionen stecken, viel Verantwortung tragen oder immer für andere da sind, haben eines perfekt gelernt: zu funktionieren. Bei wichtigen persönlichen Lebenswenden brauchen sie jedoch genau das Gegenteil – einen geschützten, bewertungsfreien Raum. Einen Raum, in dem auch Zweifel, Ängste und Widersprüche laut werden dürfen. Nicht, um die Entscheidung abgenommen zu bekommen. Sondern um im Spiegel des Gegenübers klarer zu sehen, was wirklich der eigene, authentische Weg ist.


Eine tragfähige Entscheidung muss sich nicht sofort leicht oder schmerzfrei anfühlen. Aber Sie sollten ganz und gar dahinterstehen.


Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen einer rein funktionalen Entscheidung und einer tragfähigen Lebensentscheidung: Die eine löst nur ein aktuelles Problem. Die andere passt zu dem Leben, das Sie auf tieferer Ebene führen möchten.


Möchten Sie diesen Raum für Ihre Klärung nutzen?
Wenn Sie vor einer weitreichenden Entscheidung stehen und Begleitung suchen, um Ihre innere Ordnung wiederzufinden, lade ich Sie herzlich zu einem unverbindlichen Erstgespräch in meiner Praxis in Seekirchen am Wallersee oder im Online-Setting ein. Gemeinsam schaffen wir die nötige Klarheit.

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Marcus Woggesin
Marcus Woggesin am 19.08.2026 um 11:26:35 Uhr

Einsamkeit: Wenn man sich allein fühlt, obwohl man nicht allein ist

Du bist umgeben von Menschen. Kollegen, vielleicht Familie, vielleicht eine Partnerschaft. Du kommunizierst täglich, manchmal stundenlang. Und trotzdem: Abends, wenn es still wird, ist dieses Gefühl da. Als würde dich niemand wirklich kennen. Als ob du zwar gesehen wirst – aber nicht wirklich.
  
Einsamkeit ist nicht dasselbe wie Alleinsein. Sie ist ein innerer Zustand. Und sie ist weiter verbreitet als die meisten Menschen ahnen.
  
In Deutschland fühlen sich nach aktuellen Studien mehr als ein Drittel der Erwachsenen regelmäßig einsam. Nicht isoliert – einsam. Das ist ein feiner, aber entscheidender Unterschied.
 
Dieser Artikel erklärt, was Einsamkeit mit der Psyche macht, warum sie so schwer zu durchbrechen ist – und was dir helfen kann, wieder in echte Verbindung zu kommen.
  
Was ist Einsamkeit – und was nicht?
  
Einsamkeit ist das subjektive Gefühl, nicht ausreichend verbunden zu sein. Sie entsteht, wenn die eigenen sozialen Bedürfnisse – nach Verständnis, Zugehörigkeit, echter Nähe – nicht erfüllt sind.
  
Sie hat wenig damit zu tun, wie viele Menschen um dich herum sind. Jemand kann in einer Ehe einsam sein. Im Großraumbüro. Auf einer Party.
 
Und jemand kann alleine leben – und sich trotzdem verbunden fühlen.
  
Soziale Isolation vs. Einsamkeit
 
Soziale Isolation ist objektiv: wenig Kontakt, wenig Menschen im Leben. Sie kann zur Einsamkeit führen – muss es aber nicht.
  
Einsamkeit ist subjektiv: das Erleben von fehlender Verbindung. Sie kann auch mitten unter Menschen existieren – und ist dann oft besonders schmerzhaft, weil sie unsichtbar ist.
 
Beide können sich verstärken. Einsamkeit führt oft zu sozialem Rückzug – der dann die Einsamkeit vertieft. Dieser Kreislauf ist einer der Gründe, warum Einsamkeit schwer zu durchbrechen ist.
 
Warum Einsamkeit krank machen kann
 
Einsamkeit ist kein sentimentales Gefühl. Sie ist ein biologischer Stressor mit messbaren Auswirkungen auf Körper und Psyche.
  
Was chronische Einsamkeit auslöst
 
Psychisch:
  
+ Erhöhtes Risiko für Depression und Angststörungen
 
+ Beeinträchtigte Konzentration und Entscheidungsfähigkeit
  
+ Negatives Selbstbild: "Mit mir stimmt etwas nicht"
  
+ Hypervigilanz in sozialen Situationen – ständige Erwartung von Ablehnung
  
+ Schlafstörungen und anhaltende Erschöpfung
 
Körperlich:
 
+ Chronisch erhöhte Cortisolwerte (Stresshormon)
 
+ Geschwächtes Immunsystem
 
+ Erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen und Bluthochdruck
 
+ Beschleunigte kognitive Alterung
 
Einige Studien setzen chronische Einsamkeit in ihrer gesundheitlichen Wirkung mit dem Rauchen von 15 Zigaretten täglich gleich. Das klingt dramatisch – aber es zeigt, wie ernst das Thema genommen werden sollte.
 
Warum Einsamkeit sich selbst verstärkt...
 
Das Gehirn reagiert auf soziale Bedrohung ähnlich wie auf physische Gefahr. Menschen, die chronisch einsam sind, entwickeln oft eine erhöhte soziale Wachsamkeit: Sie nehmen mehrdeutige Signale aus der Umwelt häufiger als Ablehnung wahr – auch wenn das nicht so gemeint war.
 
Das führt zu Vorsicht, Rückzug, Selbstschutz. Und genau dieser Selbstschutz erschwert die Verbindung, die eigentlich gesucht wird.
  
Es ist kein Persönlichkeitsfehler. Es ist eine erlernte Schutzreaktion.
 
Wer ist besonders betroffen?
 
Einsamkeit trifft alle Altersgruppen – aber bestimmte Lebensphasen und Situationen erhöhen das Risiko:
 
+ Junge Erwachsene (18–30)Entgegen dem Klischee, dass Einsamkeit ein Problem älterer Menschen ist, zeigen Studien: Junge Erwachsene gehören zu den am stärksten betroffenen Gruppen. Neue Städte, neue Umgebungen, soziale Vergleiche in sozialen Medien – und gleichzeitig der Druck, es "genießen" zu müssen.
 
+ Menschen nach Trennungen oder VerlustenWenn eine zentrale Beziehung endet – ob durch Trennung, Scheidung oder Tod –, bricht oft nicht nur eine Person weg, sondern ein ganzes soziales Netz.
 
+ Berufstätige in IsolationHomeoffice und digitale Kommunikation haben für viele Menschen echte soziale Begegnungen ersetzt. Was effizient ist, kann auf Dauer isolierend wirken.
 
+ Menschen mit psychischen ErkrankungenDepression, Angststörung, Trauma – sie alle erhöhen das Risiko für sozialen Rückzug. Und sozialer Rückzug verstärkt die Erkrankung.
 
+ Ältere MenschenVerlust des Partners, des Freundeskreises, beruflicher Strukturen. Einsamkeit im Alter ist real und häufig – wird aber oft tabuisiert.
 
+ Was hinter Einsamkeit steckt – jenseits fehlender Kontakte
 
Einsamkeit ist selten nur ein "Ich kenne zu wenig Menschen"-Problem. Häufig steckt mehr dahinter:
 
Angst vor AblehnungWer Ablehnung oder Verlust erlebt hat – in der Kindheit, in Beziehungen, im sozialen Umfeld – lernt manchmal: Nähe ist gefährlich. Selbstschutz durch Abstand entsteht nicht aus Desinteresse, sondern aus Angst.
 
Schwierigkeiten, sich zu zeigenEchte Verbindung entsteht durch Verletzlichkeit – durch das Zeigen, wer man wirklich ist. Für Menschen, die gelernt haben, sich zu verstecken (um nicht verletzt zu werden), ist das schwer.
 
Niedriges Selbstwertgefühl"Wer würde schon wirklich Zeit mit mir verbringen wollen?" Dieser Gedanke, auch wenn er nicht laut gedacht wird, hält viele Menschen davon ab, auf andere zuzugehen.
 
Vergangene VerletzungenWer sich in früheren Freundschaften oder Beziehungen nicht sicher gefühlt hat, geht neue Verbindungen oft mit Vorsicht an – manchmal so viel Vorsicht, dass nichts Echtes entsteht.
 
Was wirklich hilft – und was nicht
 
Was nicht hilft:
 
+ Mehr Social Media – virtuelle Verbindung kann echte Verbindung nicht ersetzen; für viele Menschen verstärkt sie das Gefühl des Verpassens
 
+ Gesellschaft um jeden Preis – in Gruppen zu sein, ohne wirklich präsent zu sein, lindert Einsamkeit kaum
 
+ Warten, dass andere auf einen zukommen – das fühlt sich sicherer an, lässt aber den Kreislauf weiterlaufen
 
Was hilft:
 
+ Kleine, konsistente SchritteEinsamkeit überwindet man nicht durch einen großen Schritt, sondern durch viele kleine. Eine Nachricht schreiben. Ein Gespräch initiieren. Eine regelmäßige Aktivität, bei der man dieselben Menschen sieht.
 
+ Qualität vor QuantitätZwei echte Gespräche wiegen mehr als zwanzig oberflächliche. Es geht nicht darum, den Kalender zu füllen, sondern um Momente echter Begegnung.
 
+ Ehrenamt, Gruppen, GemeinschaftGemeinsame Aktivitäten mit einem geteilten Ziel oder Interesse schaffen natürliche Verbindungspunkte – ohne den Druck "befreundet sein zu müssen".
 
Die eigene Wachsamkeit beobachtenWenn du merkst, dass du eine neutrale Situation als Ablehnung deutest: Innehalten. Fragen: "Ist das wirklich passiert, oder interpretiere ich das?" Das klingt einfach – ist aber eine trainierbare Fähigkeit.
 
Professionelle UnterstützungWenn Einsamkeit tief verwurzelt ist, mit Angst, Depression oder Trauma zusammenhängt, oder trotz aller Bemühungen nicht besser wird, ist therapeutische Begleitung sinnvoll. Nicht weil mit dir etwas falsch ist – sondern weil manche Muster professionelle Unterstützung brauchen, um sich zu lösen.
 
Einsamkeit und Therapie: Wie passt das zusammen?
 
Die therapeutische Beziehung selbst ist für viele einsame Menschen eine bedeutende Erfahrung: der Raum, wirklich gehört zu werden. Von jemandem, der zuhört, ohne zu urteilen oder zu bewerten.
 
Therapie kann helfen bei:
 
+ Verstehen, woher das Einsamkeitsgefühl kommt
 
+ Erkennen von Mustern, die echte Verbindung verhindern
 
+ Selbstwertgefühl stärken
 
+ Soziale Ängste bearbeiten
 
+ Konkrete Strategien für mehr Verbindung entwickeln
 
+ Online-Therapie hat bei diesem Thema einen besonderen Vorteil: Der erste Schritt – auf jemanden zuzugehen – fällt vielen einsamen Menschen leichter, wenn er von zuhause aus möglich ist.
 
FAQ: Häufige Fragen zu Einsamkeit
 
 
Ist es normal, sich einsam zu fühlen, obwohl man in einer Beziehung ist? Ja. Einsamkeit in einer Partnerschaft ist häufiger als angenommen. Sie entsteht, wenn tiefe Verbindung fehlt – gegenseitiges Verstehen, echter Austausch, das Gefühl, gesehen zu werden. Sie kann ein Hinweis sein, dass etwas in der Beziehung Aufmerksamkeit braucht.
 
Wird Einsamkeit mit der Zeit schlimmer? Unbehandelte chronische Einsamkeit kann sich vertiefen, weil die Schutzmechanismen des Gehirns zunehmen. Gleichzeitig ist Einsamkeit kein unausweichliches Schicksal – viele Menschen durchbrechen den Kreislauf erfolgreich.
 
Ich bin introvertiert – bin ich deshalb einsamer als andere? Introversion bedeutet, dass du Energie in der Stille auftankst – nicht dass du weniger Verbindung brauchst. Introvertierte Menschen wünschen sich in der Regel weniger, aber tiefere Verbindungen. Einsamkeit hat wenig mit Introversion zu tun.
  
Kann man Einsamkeit durch Sport oder Hobbys bekämpfen? Aktivitäten helfen, vor allem wenn sie regelmäßig stattfinden und soziale Begegnungen bieten. Alleine Sport zu treiben hilft der körperlichen Gesundheit – aber echte soziale Verbindung entsteht durch Begegnung mit anderen.
 
Was soll ich tun, wenn ich nicht weiß, wie ich Gespräche anfangen soll? Das ist häufiger als du denkst. Einfache Anknüpfungspunkte: Das Teilen einer echten Beobachtung oder Frage, gemeinsame Aktivitäten als natürlichen Gesprächsrahmen nutzen, oder mit einer kleinen, ehrlichen Selbstoffenbarung beginnen. Ein Therapeut kann helfen, soziale Ängste, die das blockieren, zu bearbeiten.
 
Kann mir Online-Therapie bei Einsamkeit helfen? Ja – sie ist oft ein guter erster Schritt. Sie bietet echte menschliche Verbindung in einem sicheren Rahmen. Und sie hilft, die tieferen Muster zu verstehen, die Einsamkeit aufrechterhalten.

Wann sollte ich professionelle Hilfe suchen? Wenn Einsamkeit seit Wochen oder Monaten anhält, mit Niedergeschlagenheit oder Hoffnungslosigkeit einhergeht, oder wenn du merkst, dass du dich immer weiter zurückziehst. Der richtige Moment ist der, in dem du spürst, dass du Unterstützung brauchst.
 
Du bist nicht kaputt. Du bist verbindungsdurstig.
 
Einsamkeit ist kein Zeichen dafür, dass mit dir etwas nicht stimmt. Es ist ein Zeichen dafür, dass du ein Grundbedürfnis hast, das gerade nicht erfüllt wird. Das ist menschlich.
 
Auf therapeut24.de findest du geprüfte Therapeuten und Coaches, die dir helfen können – ob bei Einsamkeit, Depression, sozialer Angst oder einfach dem Wunsch, besser zu verstehen, warum echte Verbindung sich so schwer anfühlt. Anonym, diskret, ohne lange Wartezeit.
 
Kein Druck. Keine Verpflichtung. Nur Orientierung.
 
Jetzt passenden Therapeuten finden – therapeut24.de 
 
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle therapeutische oder medizinische Beratung. Bei akuten Krisen erreichst du die Telefonseelsorge kostenlos und rund um die Uhr: 0800 111 0 111.

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Christian Krause
Christian Krause am 19.08.2026 um 10:56:59 Uhr

Zweck erfüllt=

Beweisstück A: Ungewöhnliche Jagdtaktik, Kater imitiert eine Pflanze, um die Beute Schmetterling anzulocken. Kann man so machen. Funktioniert sogar bisweilen. Liegt vielleicht weniger an der Ausführung selbst als an anderen Faktoren. Schmetterlinge sollen nicht so gut sehen können, ob ihm diese Tatsache bekannt ist? Ich glaube weniger. 
 
Es ist nicht dumm, wenn es funktioniert. In dem Moment ist es egal wie gut es funktioniert. Es spielt keine Rolle, ob es auch besser ginge. Manchmal ist gut, gut genug. Solange du für dich nicht das Bedürfnis verspürst, dass du mehr willst, dann lass es so. Befreie dich vom Imperativ der ständigen Optimierung. Anstrengung ist dieser Tage nicht mehr da, um mehr zu erreichen. Mehr Anstrengung bringt dich erstmal nur ans Minimum. Was soll das denn für ein Anreiz sein? 
 
Außerdem wenn alles auf dem Altar der Effizienz geopfert werden soll, was bleibt dann? Wenn alles nur noch dazu dienen soll zu maximieren, was bleibt dann? 
 
Na klar, Leidenschaft und purer Spaß an der Freude bezahlt keine Rechnungen. Aber irgendwo muss es anfangen aufzuhören.

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Olena Lill
Olena Lill am 19.08.2026 um 10:49:36 Uhr

Ich kam auf die Welt mit dem Gefühl, eher Störung als Geschenk zu sein. Neue Orte, neue Sprachen, viel Spannung zwischen den Erwachsenen, aber kaum sicherer Boden in mir.

Also wurde ich das Kind, das funktioniert: brav, leise, angepasst. Vielleicht kennst du das, wenn du dich klein machst, um niemandem zur Last zu fallen, und dich trotzdem innerlich einsam fühlst.

Später sah auf dem Papier alles gut aus: Ausland, zwei Ehen, Kinder, Karriere im Management. In mir wuchs die Leere, bis ich ausgebrannt vor mir selbst stand und mir endlich Hilfe erlaubt habe.

Über tiefe Gespräche, Traumatherapie und Hypnose habe ich gelernt, wie alte Wunden noch heute steuern, wie sich Schmerz lösen kann und wie sich echte Erleichterung anfühlt. Heute ist das meine Arbeit: Menschen so zu begleiten, dass sie zum ersten Mal spüren, dass mit ihnen nichts grundsätzlich falsch ist.
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Friederike von Corratio
Friederike von Corratio am 18.08.2026 um 13:13:20 Uhr

Was, wenn Ungeduld die Verkleidung meiner Angst ist?

Gestern habe ich eine Körperübung gemacht.


Und plötzlich liefen mir die Tränen.


Nicht, weil ich traurig war. Nicht aus Scham. Und auch nicht, weil ich etwas nicht konnte.


Mein Körper hat reagiert.


Und gleichzeitig habe ich etwas sehr deutlich gespürt:


Ich bin ungeduldig.


Ungeduldig mit meinem eigenen Heilungsprozess.


Ich will, dass es schneller geht. Dass ich weiter bin. Dass Dinge wieder funktionieren. Dass ich weiß, wie es weitergeht.


Und wenn ich diesem Gefühl folge, lande ich irgendwann nicht mehr bei Ungeduld.


Sondern bei:


Was, wenn es nicht schnell genug geht?


Und dahinter:


Was, wenn ich es nicht schaffe?


Da wird aus Ungeduld plötzlich etwas ziemlich Existenzielles.


Und ich musste an ein Modell denken, das mich seit meinem Studium bei Friedemann Schulz von Thun (Schulz von Thun Institut für Kommunikation) vor mehr als 25 Jahren begleitet:


das Riemann-Thomann-Modell.


Es basiert auf Fritz Riemanns „Grundformen der Angst“, wurde von Christoph Thomann weiterentwickelt und von Schulz von Thun in seiner Kommunikationspsychologie aufgegriffen.


Zwei Achsen:


Nähe ↔ Distanz
Dauer ↔ Wechsel


Ich lande ziemlich eindeutig in der Wechsel-Nähe-Ecke.


Wechsel heißt für mich Bewegung, Entwicklung, Möglichkeiten, gestalten.


Nähe heißt Resonanz, Verbindung, nicht allein sein.


Beides sind große Ressourcen.


Aber was passiert mit einer Ressource unter existenziellem Druck?


Bei mir offenbar:


Noch mehr davon.


Wenn Stillstand Angst macht, gehe ich in Bewegung.


Ich mache, entwickle, suche Lösungen, verändere.


Denn solange ich etwas tue, habe ich das Gefühl, Einfluss zu haben.


Nur lässt sich ausgerechnet das, was ich gerade am liebsten beschleunigen würde, nicht beliebig beschleunigen:


Heilung.


Mein Kopf weiß das längst.


Er sagt:


„Gib Dir Zeit.“


Mein Körper antwortet:


„Wir haben keine Zeit.“


Vielleicht liegt genau da meine eigentliche Aufgabe.


Nicht darin, meine Ungeduld loszuwerden.


Sondern herauszufinden, was sie mir sagen will.


Den Druck wahrnehmen. Die Nervosität. Die Angst.


Und nicht sofort in den Wechsel zu gehen.


Vielleicht muss mein Körper erst noch lernen, was mein Kopf längst verstanden hat:


Es darf langsam gehen.


Stillstand bedeutet nicht, dass nichts passiert.


Und plötzlich bin ich wieder bei meinem Raum für Veränderlichkeit.


Vielleicht muss ich diesen Raum nicht nur anderen zugestehen.


Vielleicht muss ich ihn mir selbst geben.


Und jetzt interessiert mich:


Was ist Eure Ungeduld?


Ist sie wirklich Ungeduld?


Oder könnte sie die Verkleidung von etwas ganz anderem sein? Zum Beispiel Wut? Oder Traurigkeit?

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Elina Stoll
Elina Stoll am 18.08.2026 um 09:26:06 Uhr

Musst Du wirklich jeden Sturm mitnehmen?

Resilienz bedeutet nicht, jeden Sturm auszuhalten. Manchmal bedeutet sie, den Hafen gar nicht erst zu verlassen.


Viele verbinden Belastbarkeit mit Durchhalten. Wer alles schafft, gilt als stark. Wer rechtzeitig innehält, hat dagegen schnell das Gefühl, nicht genug geleistet zu haben.


Beim Segeln wäre dieses Denken riskant. Bei einer Unwetterwarnung läuft niemand aus, nur um sich zu beweisen, dass der Sturm zu schaffen ist. Gute Skipper prüfen die Bedingungen, ändern ihren Plan oder warten ab. Das ist verantwortungsvoll.


Im Berufsalltag fällt uns das oft schwerer. Wir sagen einem zusätzlichen Termin zu und verschieben die Pause auf später. So wächst die Belastung häufig, ohne dass wir es sofort merken.


Für mich bedeutet Resilienz deshalb auch, bewusst etwas nicht zu tun und die eigenen Grenzen ernst zu nehmen, bevor nichts mehr geht.


Was würdest du heute anders entscheiden, wenn du dich nicht beweisen müsstest?


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Ich bin Elina, Psychologin und deine Ansprechpartnerin für Stressmanagement und mentale Gesundheit.


Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, dann vereinbare gerne einen Termin zum unverbindlichen Kennenlernen.


Ich freue mich auf dich!


#resilienz #stressmanagement #mentalegesundheit

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Katharina Herdegen
Katharina Herdegen am 18.08.2026 um 09:18:55 Uhr

Was verletzt dich immer und immer wieder?
Katharina Herdegen
Katharina Herdegen am 18.08.2026 um 09:16:12 Uhr

Welcher Grund hindert dich am Loslassen?
Marlies Koel
Marlies Koel am 18.08.2026 um 09:07:02 Uhr

Die Funktionseinheit: Warum starke Frauen sich selbst am häufigsten verlieren

Sie ist die Frau, auf die sich alle verlassen. Sie liefert, sie organisiert, sie hält alles zusammen - im Job, in der Familie, im Freundeskreis. Wenn etwas erledigt werden muss, landet es bei ihr. Weil es bei ihr immer erledigt wird. Von außen sieht das nach Stärke aus. Und das ist es auch.


Nur: Irgendwann wird aus „ich schaffe das" ein „ich kann nicht mehr aufhören." Und keiner merkt es. Weil sie ja funktioniert.


Wer nie zusammenbricht, wird auch nie gefragt: „Wie geht es dir eigentlich - wirklich?"


Ich begleite seit über dreißig Jahren Menschen an ihren Wendepunkten. Und ich begegne ihr immer wieder - der Frau, die alles im Griff hat und sich selbst dabei verloren hat. Sie ist der erste von sieben Erschöpfungstypen, denen ich in meiner Arbeit regelmäßig begegne. Ich nenne sie: die Funktionseinheit.


Der Satz, den ich nie vergessen habe
Vor einigen Jahren saß eine Frau vor mir. Erfolgreich, verlässlich, von allen geschätzt. Und dann sagte sie diesen einen Satz — leise, fast beiläufig:


„Ich weiß gar nicht mehr, wer ich eigentlich bin. Aber ich funktioniere hervorragend."


Sie lachte dabei. Das Lachen saß nicht ganz.


Ich habe diesen Satz nie vergessen. Weil ich ihn seitdem in so vielen Varianten gehört habe - von Menschen, die alles im Griff haben und trotzdem das Gefühl nicht loswerden, neben ihrem Leben zu stehen.


Was die Funktionseinheit kennzeichnet
Die Funktionseinheit ist nicht schwach. Im Gegenteil. Sie ist oft die Kompetenteste im Raum. Genau deshalb wird sie am seltensten gefragt, wie es ihr geht — weil alle davon ausgehen: Bei ihr läuft es ja.


Ihre Erschöpfung ist kein Leistungsproblem. Sie hat nur, oft über viele Jahre, verlernt, dass ihr Wert nicht daran hängt, wie viel sie trägt.


Typische Muster der Funktionseinheit:


— Sie übernimmt Aufgaben, die eigentlich anderen gehören, weil sie weiß, dass sie es am besten erledigt.


— Sie macht keine Pause, weil mit der Pause auch die Unruhe kommt.


— Erfolge kommen innerlich kaum an — es geht sofort zum Nächsten.


— Sie weiß genau, was alle anderen brauchen. Aber wenn jemand fragt, was sie braucht, wird sie still.


Warum Funktionieren zur Identität wird
Funktionieren ist in unserer Gesellschaft eine hoch belohnte Eigenschaft. Wer liefert, wird gelobt. Wer trägt, wird gebraucht. Wer nie klagt, gilt als stark.


Das Problem: Mit der Zeit wird aus einem Verhalten eine Identität. Die Frau definiert sich nicht mehr über das, was sie fühlt oder wer sie ist, sondern über das, was sie leistet und für andere bedeutet.


Aus der Nervensystem-Perspektive ist das gut erklärbar: Wer früh gelernt hat, dass Fürsorge und Zuverlässigkeit Sicherheit bedeuten, wird dieses Muster unbewusst weiterführen, auch dann, wenn es längst zu viel wird. Der Körper kennt keinen anderen Weg.


Und irgendwann meldet sich der Körper. Als Erschöpfung. Als Schlaflosigkeit. Als dieses diffuse Gefühl: Etwas stimmt nicht.


Die entscheidende Frage
Nicht: „Wie schaffe ich noch mehr?"


Sondern: „Lebe ich wirklich - oder werde ich gelebt - oder überlebe ich nur?"


Diese Frage steht im Mittelpunkt meines Buches „Hol dir deinen Lebensberechtigungsschein! Freiheit für dich: Alte Muster entschlüsseln und ganz du selbst sein", das Anfang Oktober 2026 beim Gallip Verlag erscheint.


Es ist kein Ratgeber, der sagt, was mit dir nicht stimmt. Es ist ein Weg — körperlich, Schritt für Schritt. Für Frauen und Menschen die sich wie Funktionseinheiten fühlen. Für alle, die hervorragend funktionieren und sich selbst dabei verloren haben.


Den Lebensberechtigungsschein stellt dir niemand aus. Du holst ihn dir.


Es im Buchhandel bei Thalia und bei Amazon erhältlich und ab sofort vorbestellbar.


Die Links dazu findest du im ersten Kommentar.


Erkennst du dich oder eine Frau oder jemand anderes  in deinem Leben? Schreib es mir in die Kommentare.


📌 Sicher dir den Beitrag für später. ♻️ Reposte ihn gerne.


🔔 Folge mir, @Dr. Marlies Koel, für Impulse zu Wendepunkten im Leben, mentaler Gesundheit und echtem Wandel

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Manuela Breuer
Manuela Breuer am 16.08.2026 um 13:28:10 Uhr

Impulse für gesunde Führung

🌿„Ich muss immer stark sein.“


Diesen Satz höre ich selten wörtlich. Und doch begegnet er mir immer wieder. Er zeigt sich bei Führungskräften, die Verantwortung tragen, auch wenn ihre eigenen Kräfte längst nachlassen. Bei Menschen, die für alle da sind und kaum wahrnehmen, wie erschöpft sie selbst inzwischen geworden sind. Oder bei Menschen, die glauben, niemandem ihre Unsicherheit zeigen zu dürfen.


Viele haben früh gelernt, dass Stärke bedeutet, durchzuhalten. Doch je länger ich Menschen begleite, desto häufiger zeigt sich für mich ein anderer Gedanke:


Stärke zeigt sich nicht nur darin, Belastungen auszuhalten. Sie zeigt sich auch darin, die eigenen Grenzen wahrzunehmen und verantwortungsvoll mit ihnen umzugehen. Wer sich selbst dauerhaft übergeht, schützt weder sich noch die Menschen, für die er Verantwortung trägt.


Vielleicht beginnt gesunde Führung deshalb nicht erst dort, wo wir andere gut führen. Vielleicht beginnt sie dort, wo wir uns selbst genauso ernst nehmen wie die Menschen, für die wir Verantwortung übernehmen.


💭 Meine Reflexionsfrage für Sie:


Wann haben Sie sich zuletzt erlaubt, ehrlich wahrzunehmen, wie es Ihnen selbst gerade geht?


Den ausführlichen Blogartikel finden Sie im ersten Kommentar.


Herzlich
🌿 Ihre Manuela Breuer
Expertin für gesunde Führung | Führungskräfteentwicklung | Mentale Gesundheit


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Friederike von Corratio
Friederike von Corratio am 14.08.2026 um 17:57:33 Uhr

Heute bin ich bei einem Reel von Zach Bush in Tränen ausgebrochen.

Nicht, weil es traurig war.

Sondern weil ich plötzlich dachte:

Verdammt. Genau das ist es.

Er sprach über Trauma.

Über Biologie.

Chemie.

Physik.

Und darüber, dass wir vielleicht wieder viel mehr begreifen müssen, dass wir Menschen biologische Wesen sind.

Und dann ging es um Vergebung.

Vor allem um eine Form davon, über die wir erstaunlich wenig sprechen:

Sich selbst zu verzeihen.

Und plötzlich hat mich dieser Gedanke mit voller Wucht erwischt.

Nicht:

Kann ich den Menschen verzeihen, die mich verletzt haben?

Sondern:

Kann ich mir selbst verzeihen?

Dass ich nicht besser auf mich aufgepasst habe.

Dass ich andere immer wieder vor mich gestellt habe.

Dass ich Warnzeichen übersehen habe.

Dass ich geblieben bin.

Dass ich funktioniert habe.

Dass ich Grenzen nicht oder zu spät gesetzt habe.

Dass ich von meinem Körper erwartet habe, einfach weiterzumachen.

Puh.

Wir sprechen bei solchen Dingen so häufig über Erkenntnis.

Über Reflexion.

Über Akzeptanz.

Über „Loslassen“.

Aber wir sind keine Köpfe auf zwei Beinen.

Was wir erleben, passiert auch biologisch.

Stress ist körperlich.

Angst ist körperlich.

Erinnerungen können körperliche Reaktionen auslösen.

Unser Nervensystem reagiert, lange bevor wir einen klugen Satz darüber formuliert haben.

Und vielleicht ist deshalb auch Selbstvergebung mehr als ein schöner Gedanke.

Vielleicht muss irgendwann nicht nur mein Kopf verstehen:

„Du konntest es damals nicht besser.“

Vielleicht muss auch mein Körper irgendwann erfahren:

Ich kämpfe nicht mehr gegen mich.

Und dann bekommt für mich auch „radikale Akzeptanz“ noch einmal eine andere Bedeutung.

Nicht:

Ich finde gut, was passiert ist.

Nicht:

Ich entlasse andere aus ihrer Verantwortung.

Sondern:

Ich höre auf, mich selbst dafür zu bestrafen, dass ich damals diejenige war, die ich damals sein konnte.

Und vielleicht beginnt genau dort etwas, das tatsächlich mit meinem „Raum für Veränderlichkeit“ zu tun hat.

Ich kann die Vergangenheit nicht verändern.

Aber ich kann meinen Umgang mit der Frau verändern, die sie erlebt hat.

Und wenn ich heute besser auf mich aufpasse, ist das für mich kein Egoismus.

Denn ich bin Teil verschiedener Systeme.

Familie.

Partnerschaft.

Freundschaften.

Arbeit.

Wie ich mit mir umgehe, wirkt auch darauf, wie ich anderen begegne.

Vielleicht beginnt Veränderung deshalb manchmal erstaunlich unspektakulär:

Nicht mit noch mehr Anstrengung.

Sondern mit einem Satz an sich selbst:

Ich verzeihe Dir.

Meine Frage fürs Wochenende:

Wann hast Du Dir das letzte Mal selbst verziehen?

Und wofür?
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