Warum habe ich Stress und andere nicht?
Zwei Menschen stehen vor derselben Aufgabe. Der eine denkt: „Das wird anspruchsvoll, aber ich bekomme das hin.“ Der andere liegt nachts wach.
Warum?
Stress entsteht nicht nur durch das, was von außen auf uns zukommt. Entscheidend ist auch, wie wir eine Situation bewerten und wie sehr wir uns zutrauen, mit ihr umgehen zu können.
Vielleicht lohnt es sich deshalb, bei Stress nicht nur zu fragen: „Wie groß ist die Herausforderung?“
Sondern auch: „Was brauche ich, damit ich mich ihr gewachsen fühle?“
Manchmal können wir die Anforderungen verändern: Aufgaben priorisieren, Grenzen setzen oder Unterstützung organisieren.
Manchmal können wir unsere eigenen Möglichkeiten stärken: uns vorbereiten, Informationen beschaffen, Kompetenzen entwickeln oder uns bewusstmachen, welche schwierigen Situationen wir bereits bewältigt haben.
Genau hier kann auch Coaching in Karlsruhe oder online ansetzen: Nicht jeder Stressor lässt sich beseitigen. Aber wir können genauer verstehen, was uns eigentlich unter Druck setzt und schauen, was wir im Umgang damit verändern können.
Vielleicht ist deshalb gar nicht entscheidend, warum andere etwas scheinbar locker wegstecken. Viel interessanter ist die Frage:
Was brauche ich, damit ich mit dieser Situation gut umgehen kann? Und vor allem: Was habe ich schon?
Eine Auswahl an kleinen wirksamen Soforthilfen zum nachhaltigen Abbau von Stress finden im digitalen Coaching-Café von WachterCo: Hier geht's zum Beitrag über Stressabbau.
Es gibt Wendepunkte im Leben, die wir uns nicht ausgesucht haben.
Zum Beispiel:
- Eine berufliche Rolle, die lange funktioniert hat, trägt plötzlich nicht mehr.
- Eine Beziehung verändert sich.
- Die Kinder werden selbstständig.
- Eine Krise, eine Krankheit oder ein Verlust zwingt uns zum Innehalten.
Oder wir merken einfach:
So wie bisher kann – oder möchte – ich nicht mehr weitermachen.
Viele Menschen reagieren an solchen Punkten zunächst mit dem, was sie immer gut konnten:
Noch mehr leisten.
- Noch mehr Verantwortung übernehmen.
- Noch mehr organisieren.
- Noch mehr versuchen, alles zusammenzuhalten.
Aber was passiert, wenn genau diese Strategien irgendwann nicht mehr funktionieren?
Vielleicht beginnt dann eine andere Frage.
- Was möchte ich eigentlich behalten?
- Was möchte ich nicht mehr weitertragen?
- Und wer bin ich, wenn ich nicht mehr ständig leisten muss, um meinen
Platz zu sichern?
Eine Weggabelung fühlt sich nicht immer wie eine Chance an.
- Manchmal fühlt sie sich zunächst nach Verlust an.
- Nach Erschöpfung.
- Nach Orientierungslosigkeit.
- Nach dem Ende dessen, was bisher Sicherheit gegeben hat.
Aber vielleicht liegt genau darin auch eine Möglichkeit:
Nicht sofort den nächsten Weg zu kennen.
Sondern zunächst stehen zu bleiben und zu fragen:
- Was davon gehört wirklich noch zu mir?
Mit diesen Fragen werde ich mich hier in der nächsten Zeit beschäftigen.
- Es wird um Veränderung gehen.
- Um Erschöpfung und Resilienz.
- Um Leistung und Selbstwert.
- Um Verantwortung und Grenzen.
- Um Bindung, Zugehörigkeit und Verlustangst.
Und um die Frage, wie wir ein Leben gestalten können, das uns nicht nur fordert – sondern uns auch trägt.
Vielleicht stehst du gerade selbst an einer Weggabelung.
#Weggabelung #Veränderung #Selbstwert #Resilienz #Neuorientierung
Wenn Schweigen lauter wird als Worte: Wege aus der Beziehungskrise
Kennen Sie den Moment, in dem ein harmloser Satz plötzlich das Fass zum Überlaufen bringt? Man redet aneinander vorbei, zieht sich verletzt zurück oder verhakt sich immer wieder in denselben Vorwürfen.
In Partnerschaften entstehen solche Muster oft schleichend. Nicht, weil keine Liebe mehr da ist, sondern weil Alltagstrubel und unausgesprochene Enttäuschungen den Blick verstellen. Eine professionelle Paarberatung in Oberursel bietet genau hier einen geschützten Raum, um innezuhalten und den Kreislauf aus Vorwurf und Distanz zu durchbrechen.
Im gemeinsamen Gespräch geht es nicht darum, Schuldige zu suchen oder Recht zu behalten. Es geht darum, die wirklichen Bedürfnisse und Emotionen hinter der Frustration sichtbar zu machen. Mit empathischer, allparteilicher Begleitung – bei Bedarf auch im Tandem mit zwei Blickwinkeln – lernen Paare, destruktive Sprachmuster abzulegen und wieder echtes Verständnis füreinander aufzubauen.
Krisen sind kein Zeichen des Scheiterns, sondern oft der Beginn einer tieferen Verbundenheit. Der erste Schritt erfordert Mut, aber er lohnt sich: für ein Miteinander, das sich im Alltag wieder nach einem sicheren, verständnisvollen Zuhause anfühlt.
Nicht jede Jacke, die dir jemand hinhält, gehört auch dir.
Vielleicht kennst du das:
Jemand ist enttäuscht – und du fühlst dich verantwortlich.
In der Familie herrscht schlechte Stimmung – und du versuchst, sie wieder auszugleichen.
Jemand hat ein Problem – und während er noch erzählt, suchst du innerlich schon nach einer Lösung.
Eine Erwartung steht im Raum – und du fragst dich zuerst, wie du ihr gerecht werden kannst.
Gerade Frauen, die über viele Jahre viel Verantwortung getragen haben, kennen solche Reaktionen häufig.
Für Kinder.
Für Partnerschaft.
Für Eltern.
Für Beruf und Familie.
Für Harmonie und Zusammenhalt.
Irgendwann kann daraus etwas entstehen, das man als Überverantwortung beschreiben kann:
Wir unterscheiden nicht mehr bewusst zwischen
„Dafür bin ich verantwortlich.“
und
„Ich fühle mich dafür verantwortlich.“
Und genau darin liegt ein wichtiger Unterschied.
Denn die Gefühle eines anderen gehören zunächst dem anderen.
Seine Entscheidungen gehören ihm.
Seine Erwartungen sind nicht automatisch deine Verpflichtung.
Und auch die schlechte Stimmung eines Menschen musst du nicht sofort reparieren.
Trotzdem springen manchmal alte innere Programme an:
„Ich muss helfen.“
„Ich darf niemanden enttäuschen.“
„Ich muss dafür sorgen, dass wieder alles gut ist.“
„Wenn ich Nein sage, bin ich egoistisch.“
Solche Muster entstehen nicht grundlos. Sie haben oft lange dabei geholfen, Zugehörigkeit, Anerkennung, Harmonie oder Sicherheit zu erhalten.
Aber was einmal hilfreich war, muss heute nicht mehr zu dir passen.
Deshalb lohnt sich eine kleine Unterbrechung.
Bevor du die nächste Jacke anziehst, frag dich:
Gehört diese Jacke überhaupt zu mir?
Oder war sie einmal meine – und passt heute einfach nicht mehr?
Manche Rollen, Erwartungen und Verhaltensweisen haben uns über viele Jahre begleitet.
Vielleicht waren sie früher sinnvoll.
Vielleicht haben sie uns geschützt.
Vielleicht haben sie uns geholfen, dazuzugehören oder Konflikte zu vermeiden.
Aber nur weil etwas lange zu uns gehört hat, müssen wir es nicht für immer weitertragen.
Gesunde Abgrenzung bedeutet nicht, kalt oder gleichgültig zu werden.
Sie bedeutet, bewusster zu entscheiden:
Was ist wirklich meins?
Was darf beim anderen bleiben?
Und was darf ich endlich ausziehen, weil es heute nicht mehr zu mir passt?
Vielleicht ist genau das Selbstfürsorge:
Nicht jede Jacke anzuziehen – und auch nicht jede alte weiterzutragen.
Welche „Jacke“ trägst du noch, obwohl du längst spürst, dass sie dir nicht mehr passt?
#FrauenInDerLebensmitte #GrenzenSetzen #Überverantwortung #AlteMuster #Selbstwahrnehmung #PsychologischeBeratung
𝗗𝘂 𝗳𝘂𝗻𝗸𝘁𝗶𝗼𝗻𝗶𝗲𝗿𝘀𝘁 𝗵𝗲𝗿𝘃𝗼𝗿𝗿𝗮𝗴𝗲𝗻𝗱. 𝗡𝘂𝗿: ...
𝗪𝗲𝗿 𝗳𝘂𝗻𝗸𝘁𝗶𝗼𝗻𝗶𝗲𝗿𝘁 𝗱𝗮 𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵?
Was wir für unsere Persönlichkeit halten, ist oft nur eine sehr frühe Entscheidung – getroffen als Kind, aus Angst, nicht dazuzugehören.
In meinem neuen Artikel schreibe ich darüber, wie daraus eine ganze Persönlichkeit werden kann. Und wie du erkennst, wo du noch immer eine alte Rolle spielst.
Link zum Artikel im ersten Kommentar. 👇
Frage an dich: Wo spielst du gerade eine Rolle, die du dir vor sehr langer Zeit einmal gegeben hast?
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𝗩𝗶𝗲𝗹𝗹𝗲𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗯𝗲𝗴𝗶𝗻𝗻𝘁 𝗙𝗿𝗲𝗶𝗵𝗲𝗶𝘁 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗱𝗮𝗺𝗶𝘁, 𝗷𝗲𝗺𝗮𝗻𝗱 𝗡𝗲𝘂𝗲𝘀 𝘇𝘂 𝘄𝗲𝗿𝗱𝗲𝗻. 𝗦𝗼𝗻𝗱𝗲𝗿𝗻 𝗱𝗮𝗺𝗶𝘁, 𝗱𝗶𝗰𝗵 𝗮𝗻 𝗱𝗲𝗻 𝘇𝘂𝗲𝗿𝗶𝗻𝗻𝗲𝗿𝗻, 𝗱𝗲𝗿 𝗱𝘂 𝘄𝗮𝗿𝘀𝘁, 𝗯𝗲𝘃𝗼𝗿 𝗱𝘂 𝘄𝘂𝗿𝗱𝗲𝘀𝘁, 𝘄𝗮𝘀 𝗮𝗻𝗱𝗲𝗿𝗲 𝘃𝗼𝗻 𝗱𝗶𝗿 𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝘁𝗲𝗻
Seine Aufgabe ist nicht,
dem Menschen zu sagen,
wer er sein soll.
Seine Aufgabe ist es,
einen Raum zu schaffen,
in dem der Mensch erkennen kann,
was in ihm selbst längst da ist.
Unter all den Mustern,
Schutzmechanismen und Geschichten,
die sich über Jahre um ihn/sie
drum gewickelt haben.
Therapie bedeutet nicht,
einen Menschen zu formen.
Sondern ihm dabei zu helfen,
sich zu ent-wickeln.
Mittwochs-Beobachtung
Ich muss gerade ein bisschen über mich selbst schmunzeln.
Ich bin so tief in meinem neuen Projekt drin, dass ich tatsächlich alles um mich herum vergessen kann. Die Hunde, meinen Mann, die Uhrzeit, und manchmal sogar Essen und trinken.
Ich bin dann einfach weg.
Nicht körperlich, aber mit meinem Kopf komplett in dieser neuen Welt. Und ich merke gerade, dass das eine ziemlich interessante Seite von mir ist.
Ich liebe es, mich in etwas reinzudenken. Dinge zu entwickeln. Zusammenhänge zu sehen. Ideen weiterzuspinnen. Dieses Gefühl zu haben: Da entsteht gerade etwas.
Das macht unglaublich viel mit mir. Aber es hat eben auch eine Kehrseite, denn wenn ich aufpasse, merke ich irgendwann: Ich bin schon wieder so weit weg von mir, dass ich gar nicht mehr mitbekomme, was ich eigentlich brauche.
Hunger? Keine Ahnung.
Müde? Wahrscheinlich.
Die Hunde warten vielleicht schon darauf, dass sie endlich ihr Futter bekommen. Und mein Mann hat mich vermutlich auch schon irgendwann etwas gefragt, was ich nur mit einem halbherzigen „Mhm“ beantwortet habe.
Ich finde das gerade deshalb so spannend, weil wir immer über das Funktionieren sprechen. Über Frauen, die für alle anderen da sind, über To-do-Listen, über Leistung, über das ständige Machen. Aber es gibt offenbar auch eine andere Variante davon.
Man kann sich nämlich auch in etwas verlieren, das man selbst liebt, und auch dann kann man sich selbst aus dem Blick verlieren. Nicht weil man muss, sondern weil man so sehr will. Vielleicht ist die Frage deshalb gar nicht immer:
„Was muss ich weniger tun?“ Passender wäre: „Bin ich eigentlich noch da?“
Mitten in dem, was ich gerade tue.
Mitten in meiner Begeisterung.
Mitten in meinem neuen Projekt.
Und vielleicht ist genau das gerade meine kleine Erinnerung an mich selbst:
Das Projekt darf wichtig sein, aber ich bin es auch!
Weniger Funktionieren. Mehr DU.
Von Herzen
Melanie
#WenigerFunktionierenMehrDU
Wenn ein Mensch sich "erwischt" fühlt, passiert oft etwas sehr Interessantes.
Anstatt kurz innezuhalten und sich zu fragen: "Hat mein Gegenüber vielleicht einen wunden Punkt bei mir getroffen?", geht er in den Angriff.
Plötzlich wird zurückgeschossen.
Mit Ironie.
Mit Sarkasmus.
Mit einer spitzen Bemerkung.
Mit einem Vorwurf.
Oder indem der andere einfach klein gemacht wird.
Nicht unbedingt, weil dieser Mensch böse ist, sondern weil er sich in diesem Moment überfordert fühlt. Denn wer sich ertappt fühlt, spürt oft Scham, Unsicherheit oder den Verlust von Kontrolle. Und unser Gehirn versucht dann, uns blitzschnell zu schützen. Manchmal leider auf Kosten der Menschen, die uns am nächsten stehen. Ich beobachte das immer wieder – im privaten Umfeld genauso wie im Berufsleben.
Und weißt Du, was ich dabei besonders spannend finde? Je mehr wir funktionieren müssen, desto weniger Raum bleibt für ehrliche Selbstreflexion.
Dann wird Abwehr leichter als Erkenntnis.
Recht haben leichter als Hinsehen.
Und Angriff leichter als Verletzlichkeit.
Vielleicht liegt wahre Stärke gar nicht darin, immer die passende Antwort parat zu haben. Vielleicht beginnt sie genau in dem Moment, in dem wir sagen können: "Ja. Das hat gerade etwas in mir ausgelöst. Ich schaue mir das einmal an."
Das verändert Gespräche und Beziehungen. Und am Ende vielleicht sogar unser ganzes Leben.
Weniger Funktionieren. Mehr DU.
💛 Kennst Du solche Situationen – bei anderen oder vielleicht auch bei Dir selbst?
Herz-Licht Grüße
Melanie
Zu Beginn, wenn Menschen sagen sie hätten Standards, ist das falsch. Auf Standards kann man sich einigen, Standards können im Einvernehmen festgelegt werden, haben kann man sie nicht. Einseitig festgelegt werden können sie auch nicht. Es sei denn sie gelten nur einen persönlich. Nach außen können Standards nicht einfach einseitig angelegt werden. Kleinlich? Nö. Standards klingt so schön allgemeingültig, nach Qualität und Mehrheitsbeschluss, Erwartungen hat da schon einen anderen Klang.
Schon mal gehört, du entsprichst nicht meinem Standard? Oder du musst meinem Standard entsprechen? Da werden Erwartungen formuliert, denen kannst du entsprechen oder nicht. Das ist der Witz an der Sache, Standards sind verbindlich. Erwartungen, kannst du auch nein sagen. Wer einem Standard nicht entspricht, wird aussortiert. Wer einer Erwartung nicht entsprechen will, geht einen eigenen Weg. Eine Frage des Wollens und nicht des Müssens.
Es gibt eine Form von Einsamkeit…
die mitten in der Beziehung entsteht.
Du bist nicht allein.
Und fühlst dich doch nicht verbunden.
Das ist Entfremdung.
Und sie beginnt dort,
wo Intimität nicht mehr getragen wird.
Hast du diese stille Form von Distanz schon erlebt?
Du bist damit nicht allein.
Akademie für Persönlichkeitsbildung, Jean-Marie Bottequin
Frage nach meinen Test: „Persönlichkeitsraute“
Jean-Marie Bottequin
Wie bleibe ich bei mir, ohne mich von anderen zu entfernen?
Vielleicht kennst du das:
Du möchtest keinen Streit.
Du möchtest niemanden enttäuschen.
Also sagst du lieber Ja, obwohl du eigentlich Nein meinst.
Du übernimmst Verantwortung.
Passt dich an.
Hältst aus.
Und irgendwann merkst du:
Ich weiß gar nicht mehr, was ich eigentlich selbst möchte.
Viele von uns haben früh gelernt, dass Harmonie, Anerkennung oder Zugehörigkeit davon abhängen können, wie sehr sie sich anpassen und um andere kümmern.
Aber was früher einmal geholfen hat, Beziehungen zu sichern, kann später zur Belastung werden.
Denn eine erfüllende Beziehung bedeutet nicht, sich selbst aufzugeben.
Sie bedeutet auch:
- eigene Bedürfnisse wahrnehmen.
- Grenzen setzen.
- Nein sagen dürfen.
- Eine eigene Meinung haben.
- Verantwortung dort lassen, wo sie hingehört.
Und trotzdem verbunden bleiben.
Das ist manchmal schwieriger, als es klingt.
Denn wenn wir gelernt haben, dass ein Nein zu Ablehnung oder Konflikt führen könnte, fühlt sich Abgrenzung zunächst ungewohnt, vielleicht manchmal sogar gefährlich an.
Dann kann ein kleiner Satz helfen:
Was brauche ich gerade?
Und nicht: Was braucht der andere?
Oder: Was wird von mir erwartet?
Nein, zunächst einmal:
Was brauche ich?
Das bedeutet nicht, egoistisch zu werden. Im Gegenteil.
Denn je besser ich mit mir selbst verbunden bin, desto echter kann auch meine Verbindung zu anderen werden.
Vielleicht beginnt Selbstfürsorge deshalb nicht damit, sich von anderen zu entfernen und den Kontakt abzubrechen.
Sondern damit, aufzuhören, sich selbst zu verlassen.
Wo merkst du manchmal, dass du dich in einer Beziehung zu sehr anpasst?
#Beziehungen #Selbstfürsorge #Selbstwirksamkeit
Wenn ein „Wir“ zerbricht, bleibt die wichtigste Beziehung bestehen: die zu Ihnen
Eine Trennung nach vielen gemeinsamen Jahren ist selten nur das Ende einer Partnerschaft. Oft ist sie der plötzliche Einsturz eines gesamten Lebensentwurfs.
Von einem Moment auf den anderen lösen sich Zukunftspläne, Gewohnheiten und vermeintliche Sicherheiten auf. Die Stille wird laut. Und die Frage drängt sich auf:
Wer bin ich ohne das Gegenüber?
Ich kenne diesen tiefgreifenden Umbruch aus eigener Erfahrung.
Mitten in einem solchen Sturm machen wir jedoch häufig eine überraschende Entdeckung: Dort, wo etwas zerbricht, kann gleichzeitig etwas Neues entstehen.
Nicht aus Stärke im klassischen Sinn. Sondern aus dem Mut, bei sich selbst zu bleiben.
Jeder Mensch geht mit solchen Lebensphasen anders um. Manche ziehen sich zurück, andere flüchten in Aktivität. Doch der eigentliche Wendepunkt beginnt oft dort, wo wir unseren Blick wieder mit Mitgefühl auf uns selbst richten.
Wo wir aufhören, uns über das Verlorene zu definieren.
Wo wir erkennen:
„Die Situation im Außen ist schmerzhaft. Mein innerer Wert bleibt dennoch unberührt.“
Echter Selbstwert entsteht nicht in den Zeiten, in denen alles leicht ist. Er wächst in den Momenten, in denen wir den Schmerz annehmen, ohne ihm die Regie über unser Leben zu überlassen.
Dann beginnt ein neues Kapitel.
Nicht geprägt von Abhängigkeit, sondern von Klarheit.
Nicht bestimmt von Angst, sondern von Selbstbestimmung.
Du gibst Feedback.
Du klärst Erwartungen.
Du schaffst Lernmöglichkeiten.
Du räumst Hindernisse aus dem Weg.
Und trotzdem gibt es eine Grenze:
Du kannst Verantwortung für den Rahmen übernehmen, aber nicht für die Entwicklung eines anderen Menschen.
Du kannst ein Gespräch führen.
Die nächsten Schritte muss dein Gegenüber selbst gehen.
Du kannst Chancen schaffen.
Nutzen muss sie die Person selbst.
Du kannst Entwicklung begleiten.
Verantwortung dafür übernehmen kannst du nicht.
Für Führungskräfte ist genau diese Trennung oft anspruchsvoll: unterstützen, ohne zu übernehmen.
Gerade dann, wenn du Potenzial siehst und gern mehr Bewegung ermöglichen würdest.
Wo trägst du gerade noch Verantwortung, die eigentlich bei deinem Gegenüber liegt?
#Leadership #Coaching #FrauenInFührung
Nicht gesund. Aber nützlich.
Ein Mensch, der glaubt, noch nicht gut genug zu sein, kann unglaublich leistungsbereit sein. Er arbeitet länger, passt sich stärker an, übernimmt noch eine Aufgabe, macht noch eine Fortbildung, versucht noch besser zu werden.
Er möchte Erwartungen erfüllen. Anerkennung bekommen. Dazugehören.
Und von außen sieht das möglicherweise ziemlich gut aus: High Performer.
Kürzlich kam ich auf eine ziemlich irritierende Frage: Welchen Vorteil hat es eigentlich, sich selbst NICHT zu akzeptieren?
Erstaunlich viele.
Wer sich selbst nicht genügt, lässt sich leichter steuern. Wer Angst hat, nicht gut genug zu sein, passt sich eher an. Wer seinen eigenen Wert an Leistung koppelt, kann enorme Energie entwickeln.
Selbstzweifel können antreiben.
Und unsere Arbeitswelt belohnt einiges davon ziemlich zuverlässig. Mehr leisten. Mehr erreichen. Mehr können. Mehr aushalten.
Nur: Wann wird aus Leistungsbereitschaft Selbstüberforderung? Wann aus Entwicklung eine Optimierungsschleife?
Und wann arbeite ich nicht mehr, weil ich etwas erreichen möchte, sondern weil das nächste Ziel mir vielleicht endlich beweist:
Jetzt bin ich gut genug.
Das Dumme ist: Dieses „jetzt“ kommt erstaunlich selten.
Und damit wird die Frage auch wirtschaftlich interessant.
Natürlich kann ein Unternehmen kurzfristig davon profitieren, wenn Menschen über ihre Grenzen gehen.
Sie leisten viel. Sie funktionieren. Sie halten durch.
Aber langfristig? Was kostet es ein Unternehmen, wenn Leistung aus Angst entsteht? Wenn Anpassung wichtiger wird als Widerspruch?
Wenn Menschen ihre Grenzen erst bemerken, wenn sie längst darüber gegangen sind?
Ich möchte jedenfalls nicht weniger leisten. Aber immer weniger leisten müssen, um mich für wertvoll zu halten.
Vielleicht bedeutet Raum für Veränderlichkeit auch: Raus aus der permanenten Optimierungsschleife.
Nicht stehenbleiben. Nicht weniger wollen. Nicht weniger leisten. Sondern selbst entscheiden können, ob ich mich entwickeln will – oder glaube, mich verändern zu müssen.
Denn vielleicht beginnt Selbstakzeptanz genau dort:
Ich darf mich verändern, ohne mich vorher für falsch erklären zu müssen.
Und vielleicht lohnt es sich deshalb, bei all der Leistung, die wir täglich sehen und bewerten, gelegentlich eine andere Frage zu stellen:
Wer erbringt hier eigentlich die Leistung – der freie Mensch oder seine Angst, nicht zu genügen?
Danke an Friedemann Schulz von Thun Institut für Kommunikation für das Modell des Werte- und Entwicklungsquadrat als mein täglicher Begleiter in Beruf und Privatleben und Rahmen meiner Gedanken
LOGOTHERAPIE und EXISTENZANALYSE
nach Viktor Frankl
Intensiv-Online-Kurs in kleinen Gruppen (max 4 TN) mit flexiblen Terminabsprachen
Zertifizierung zum "Associate of Logotherapy" über Viktor Frankl Institute of Logotherapy (VFIL), Chicago, USA, sowie Viktor Frankl Institut, Wien, Austria, möglich
Beginn: September 2026
Umfang: ca. 110 UStd.
Dauer: ca. 9-12 Monate, je nach terminlicher Flexibilität
Weitere Infos unter:
schreiber@curavitae.eu
https://lnkd.in/eH5SBwUn