Natürlich ist die Entwicklung von Mitarbeitenden auch Führungsaufgabe.
Du gibst Feedback.
Du klärst Erwartungen.
Du schaffst Lernmöglichkeiten.
Du räumst Hindernisse aus dem Weg.
Und trotzdem gibt es eine Grenze:
Du kannst Verantwortung für den Rahmen übernehmen, aber nicht für die Entwicklung eines anderen Menschen.
Du kannst ein Gespräch führen.
Die nächsten Schritte muss dein Gegenüber selbst gehen.
Du kannst Chancen schaffen.
Nutzen muss sie die Person selbst.
Du kannst Entwicklung begleiten.
Verantwortung dafür übernehmen kannst du nicht.
Für Führungskräfte ist genau diese Trennung oft anspruchsvoll: unterstützen, ohne zu übernehmen.
Gerade dann, wenn du Potenzial siehst und gern mehr Bewegung ermöglichen würdest.
Wo trägst du gerade noch Verantwortung, die eigentlich bei deinem Gegenüber liegt?
#Leadership #Coaching #FrauenInFührung
„Ich müsste öfter Nein sagen können“
Warum Nein sagen so schwerfällt und was wir dagegen tun können
Diesen Satz höre ich in meiner Praxis immer wieder.
Die Einladung zum Geburtstag.
Die zusätzliche Aufgabe im Büro.
Die Bitte der Nachbarin.
Der Gefallen für einen Freund.
Innerlich ist uns die Antwort sonnenklar - und trotzdem hören wir uns sagen:
"Ja, ich mache das."
Danach ärgern wir uns über uns selbst.
Nein.
Es ist eines der ersten Wörter, die Kinder lernen.
Und wahrscheinlich das Wort, das Eltern am häufigsten hören.
Kinder haben damit kein Problem.
Sie sagen Nein, wenn sie Nein meinen.
Irgendwann ändert es sich: aus einem klaren Nein wird ein höfliches Ja.
Das Problem ist selten das Nein.
Nein sagen fällt den meisten Menschen gar nicht grundsätzlich schwer.
Schwierig wird es bei Menschen, die uns wichtig sind:
Beim Partner. Bei Freunden. In der Familie. Bei Kollegen.
Was passiert in Ihrem Kopf?
Vielleicht kennen Sie solche Gedanken:
· Ich darf niemanden enttäuschen.
· Ich muss meinen Freunden helfen.
· Der/die mag mich nicht mehr, wenn ich ablehne.
· Wenn ich Nein sage, bin ich egoistisch.
Eine kleine Trockenübung
Wenn Ihnen ein klares Nein schwerfällt, sagen Sie bei der nächsten Anfrage einfach:
„Gerne. Morgen."
Oder:
„Ich denke kurz darüber nach und gebe dir später Bescheid."
Jetzt beginnt das Experiment:
Achten Sie zuerst auf Ihre Gedanken.
„Jetzt ist er bestimmt beleidigt."
Beobachten Sie anschließend den anderen.
Reagiert er wirklich so, wie Sie es erwartet haben?
Oder spielte sich alles nur in Ihrem Kopf ab?
Warum sage ich Ja, obwohl ich Nein meine?
„Ich darf niemanden enttäuschen."
Nicht das Nein ist das Problem, sondern das Müssen dahinter.
Fragen Sie sich:
Wo steht das geschrieben?
Gibt es irgendwo ein Gesetz, dass Sie jede Bitte erfüllen müssen?
Oder haben Sie sich diese Regel irgendwann selbst auferlegt?
Die eigentliche Freiheit
Immer nur Nein zu sagen soll natürlich nicht das Ziel sein.
Das Ziel ist vielmehr, nicht mehr automatisch Ja zu sagen.
Halten Sie einen Moment inne und fragen Sie sich:
Will ich das wirklich?
Genau in diesem kurzen Moment entsteht Freiheit.
Nicht die Freiheit, immer Nein zu sagen.
Sondern die Freiheit, wieder selbst zu entscheiden.
Aus einem automatischen Ja wird wieder eine bewusste Entscheidung.
Fazit
Ein Nein zu einer Bitte ist kein Nein zu einem Menschen.
Sie müssen nicht lernen, häufiger Nein zu sagen.
Aus einem automatischen Ja darf wieder eine bewusste Entscheidung werden.
Ein ehrliches Nein ist wertvoller als ein unehrliches Ja.
Die Behandlung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung ist anspruchsvoll
Nicht allein die Diagnose macht die Behandlung einer Borderline-Persönlichkeitsstörung anspruchsvoll. Oft ist es auch das, was wir bereits mit dieser Diagnose verbinden.
Ich unterrichte und supervidiere Psychotherapeut:innen schon seit mehreren Jahren besonders gern in der Arbeit mit Borderline-Persönlichkeitsstörungen und borderline-nahen Dynamiken.
Viele Kolleg:innen reagieren auf diese Diagnose zunächst mit Unsicherheit. Menschen mit BPS sind auch innerhalb des Versorgungssystems noch immer mit Vorannahmen konfrontiert. Sie gelten als „zu instabil“, „zu riskant“ oder „zu schwer behandelbar“.
Die Behandlung kann anspruchsvoll sein. Anspruchsvoll bedeutet jedoch nicht aussichtslos.
Fünf Themen begegnen mir dabei besonders häufig:
1. Emotionsregulation
Unter hoher innerer Anspannung können Affekte sehr intensiv werden. Gleichzeitig fällt es Betroffenen schwerer, eigene und fremde innere Zustände differenziert wahrzunehmen, einzuordnen und angemessen darauf zu reagieren.
DBT-Skills können dabei helfen, die Anspannung zu reduzieren. Ebenso wichtig ist jedoch die therapeutische Beziehung: Regulation braucht zu Beginn häufig Koregulation, einen Menschen, der präsent bleibt, die Intensität mitträgt und dennoch nicht die Kontrolle übernimmt.
2. Selbstverletzung und Suizidalität
Nichtsuizidales selbstverletzendes Verhalten kann dazu dienen, innere Spannung, Leere oder kaum erträglichen psychischen Schmerz zu regulieren. Es sollte weder vorschnell als „Manipulation“ noch automatisch als Suizidversuch interpretiert werden.
3. Die Frage nach der „richtigen“ Methode
Aktuelle Leitlinien empfehlen eine strukturierte Psychotherapie, die gezielt auf die Kernprobleme der Borderline-Persönlichkeitsstörung ausgerichtet ist. Den einen Goldstandard gibt es jedoch nicht.
Entscheidend ist nicht methodische Beliebigkeit, sondern eine fachlich begründete und individuell abgestimmte Behandlungsplanung.
4. Der nichtlineare Therapieverlauf
Therapeutischer Fortschritt verläuft nur selten stetig aufwärts. Stabilere Phasen können sich mit Krisen, Rückzug oder einer vorübergehenden Verschlechterung abwechseln. Auch die therapeutische Allianz kann Schwankungen unterliegen.
5. Gegenübertragung
Angst, Hilflosigkeit, Ärger, Rettungsimpulse oder ein starkes Verantwortungsgefühl machen Therapeut:innen nicht ungeeignet.
Unreflektiert können solche Reaktionen die therapeutischen Grenzen und die Arbeitsbeziehung belasten. Reflektiert können sie zu einer wertvollen Quelle klinischer Information werden.
Je genauer wir diese Prozesse verstehen, desto weniger muss die Diagnose selbst Angst auslösen.
Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung brauchen keine Therapeut:innen ohne eigene Gefühle. Sie brauchen Therapeut:innen, die ihre Reaktionen wahrnehmen, einordnen und professionell nutzen können. Und was auch wichtig ist - sich gesund involviert und beeinflusst fühlen, ohne Kontakt zu verlieren.
Wir müssen aufpassen, dass wir unseren Kindern nicht die Zuversicht nehmen.
Ich habe vier Kinder.
Und ich merke gerade etwas an mir selbst:
Meine Zuversicht ist nicht mehr so selbstverständlich wie früher.
Sie ist nicht weg. Aber ich muss manchmal etwas dafür tun, dass sie bleibt.
Mich regulieren. Abstand gewinnen. Mich daran erinnern, dass eine schwierige Gegenwart nicht automatisch eine schlechte Zukunft bedeutet.
Gleichzeitig beobachte ich meine Kinder und andere junge Menschen.
Ich sehe Frustration. Rückzug. Unsicherheit.
Was geben wir Erwachsenen dieser Generation gerade mit?
Die aktuellen Zahlen der COPSY-Studie finde ich eindrücklich:
Mehr als 60 Prozent der Kinder und Jugendlichen berichten von Zukunftsängsten.
70 Prozent sorgen sich wegen Kriegen, 62 Prozent wegen Terrorismus, 57 Prozent wegen wirtschaftlicher Probleme.
Rund 23 Prozent zeigen psychische Auffälligkeiten – mehr als vor Corona.
Das bedeutet natürlich nicht:
Die Erwachsenen sind schuld.
Und Kinder sollen nicht angstfrei aufwachsen.
Im Gegenteil.
Kinder und Jugendliche sollen wütend sein.
Sie sollen rebellieren.
Sie sollen uns für vollkommen bescheuert halten. 😄
Sie sollen sagen:
„Das mache ich später anders.“
Ausprobieren. Grenzen verschieben. Fehler machen. Sich überschätzen. Ideen haben, bei denen wir denken: Das funktioniert doch niemals.
Vielleicht gehört genau das zum Erwachsenwerden:
Die Welt vorzufinden, die wir gebaut haben – und die Chuzpe zu besitzen, sie verändern zu wollen.
Aber dafür braucht es etwas:
Die Vorstellung, dass Veränderung überhaupt möglich ist.
Und ausgerechnet wir Erwachsenen reden sehr viel darüber, was alles nicht mehr funktioniert.
Krieg. Klima. Wirtschaft. Wohnen. Rente. Bildung. Politik. KI.
Vieles davon ist real. Vieles macht auch mir Sorgen.
Aber wenn wir nur noch erschöpft auf diese Welt schauen – was bleibt dann für diejenigen übrig, die sie nach uns gestalten sollen?
Die Forschung zeigt auch Schutzfaktoren:
Optimismus. Zuversicht. Verlässliche Beziehungen. Soziale Unterstützung.
Wir müssen unseren Kindern deshalb nicht erzählen:
„Alles wird gut.“
Das wissen wir nicht.
Vielleicht reicht:
„Ich weiß nicht, wie es wird. Aber ich glaube daran, dass du etwas daraus machen kannst.“
Und dafür lohnt der Blick auf unsere eigene Angst:
Ist das wirklich die Aussicht meines Kindes auf seine Zukunft?
Oder ist es meine Aussicht auf seine Zukunft?
Für mich bedeutet Raum für Veränderlichkeit auch:
Nicht nur darauf zu achten, welche Welt wir der nächsten Generation hinterlassen.
Sondern welches Gefühl für diese Welt wir ihnen mitgeben.
Kinder brauchen keine perfekte Welt. Und keine Erwachsenen ohne Angst.
Aber vielleicht müssen wir ihnen etwas Entscheidendes übriglassen:
genug Zuversicht, um daran zu glauben, dass es sich lohnt, die Dinge anders zu machen.
Danke Silke Müller für Deine Sorge für die nächste Generation.
Zum Nachlesen hier der Link zur Studie: https://lnkd.in/dP4BtwRf
Sie sind zwar physisch da – aber mental noch meilenweit entfernt.
Die Haustür geht auf.
Noch bevor Sie die Jacke ausgezogen haben, hören Sie die Schritte.
„Mama!“ oder „Papa!“
Jemand möchte Ihnen etwas zeigen. Etwas erzählen, das in seiner Welt gerade das Wichtigste überhaupt ist.
Und während dieses kleine Gesicht Sie erwartungsvoll ansieht, merken Sie: Ein Teil von Ihnen hängt noch im Boardroom fest. In einer Restrukturierung. In einer E-Mail, die Sie nicht loslässt.
Nach außen sieht das niemand. Sie lächeln. Sie nicken. Aber Sie wissen: Sie sind zwar physisch da – aber mental noch meilenweit entfernt.
Kinder stellen keine strategischen Fragen. Sie fragen nicht nach Margen, Budgets oder Personalverantwortung. Sie möchten zeigen, was sie gebaut oder erlebt haben.
Und sie spüren erstaunlich präzise den Unterschied, ob Sie wirklich präsent sind – oder ob der CEO nur höflich funktioniert.
Wer beruflich extrem viel trägt, will immer beidem gerecht werden: Den Menschen, die im Unternehmen von den eigenen Entscheidungen abhängen. Und den Menschen, die zu Hause am Küchentisch warten.
Der schmerzhafteste Teil daran ist selten der volle Terminkalender.
Sondern die bittere Erkenntnis, dass man ausgerechnet den Menschen, die einem am meisten bedeuten, oft die müdeste, ungeduldigste Version von sich selbst zeigt. Weil die beste Energie im Business geblieben ist.
Hinter jeder Rolle lebt ein Mensch. Anderen Menschen zu helfen, diesen Übergang zwischen Rolle und Menschsein wieder zu meistern, ist der Kern meiner Arbeit.
Denn zu Hause warten Menschen, denen Ihre Position, Ihr Status und Ihr Titel völlig egal sind. Sie wollen keine Performance. Sie wollen einfach nur Sie.
Wie gelingt Ihnen der tägliche Wechsel vom Konferenzraum an den Küchentisch?
(Falls Sie spüren, dass die Grenze verschwimmt und die Energie zu Hause nicht mehr reicht: Schreiben Sie mir eine kurze, vertrauliche Nachricht. Manchmal braucht es nur ein paar Stellschrauben, um den Fokus dorthin zurückzuholen, wo er am meisten zählt.)
#Leadership #HighPerformance #ExecutiveCoaching #CLevel #WorkLifeResonance #Preasenz
Bilder und Text KI bearbeitet
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Warum habe ich Stress und andere nicht?
Zwei Menschen stehen vor derselben Aufgabe. Der eine denkt: „Das wird anspruchsvoll, aber ich bekomme das hin.“ Der andere liegt nachts wach.
Warum?
Stress entsteht nicht nur durch das, was von außen auf uns zukommt. Entscheidend ist auch, wie wir eine Situation bewerten und wie sehr wir uns zutrauen, mit ihr umgehen zu können.
Vielleicht lohnt es sich deshalb, bei Stress nicht nur zu fragen: „Wie groß ist die Herausforderung?“
Sondern auch: „Was brauche ich, damit ich mich ihr gewachsen fühle?“
Manchmal können wir die Anforderungen verändern: Aufgaben priorisieren, Grenzen setzen oder Unterstützung organisieren.
Manchmal können wir unsere eigenen Möglichkeiten stärken: uns vorbereiten, Informationen beschaffen, Kompetenzen entwickeln oder uns bewusstmachen, welche schwierigen Situationen wir bereits bewältigt haben.
Genau hier kann auch Coaching in Karlsruhe oder online ansetzen: Nicht jeder Stressor lässt sich beseitigen. Aber wir können genauer verstehen, was uns eigentlich unter Druck setzt und schauen, was wir im Umgang damit verändern können.
Vielleicht ist deshalb gar nicht entscheidend, warum andere etwas scheinbar locker wegstecken. Viel interessanter ist die Frage:
Was brauche ich, damit ich mit dieser Situation gut umgehen kann? Und vor allem: Was habe ich schon?
Eine Auswahl an kleinen wirksamen Soforthilfen zum nachhaltigen Abbau von Stress finden im digitalen Coaching-Café von WachterCo: Hier geht's zum Beitrag über Stressabbau.
Es gibt Wendepunkte im Leben, die wir uns nicht ausgesucht haben.
Zum Beispiel:
- Eine berufliche Rolle, die lange funktioniert hat, trägt plötzlich nicht mehr.
- Eine Beziehung verändert sich.
- Die Kinder werden selbstständig.
- Eine Krise, eine Krankheit oder ein Verlust zwingt uns zum Innehalten.
Oder wir merken einfach:
So wie bisher kann – oder möchte – ich nicht mehr weitermachen.
Viele Menschen reagieren an solchen Punkten zunächst mit dem, was sie immer gut konnten:
Noch mehr leisten.
- Noch mehr Verantwortung übernehmen.
- Noch mehr organisieren.
- Noch mehr versuchen, alles zusammenzuhalten.
Aber was passiert, wenn genau diese Strategien irgendwann nicht mehr funktionieren?
Vielleicht beginnt dann eine andere Frage.
- Was möchte ich eigentlich behalten?
- Was möchte ich nicht mehr weitertragen?
- Und wer bin ich, wenn ich nicht mehr ständig leisten muss, um meinen
Platz zu sichern?
Eine Weggabelung fühlt sich nicht immer wie eine Chance an.
- Manchmal fühlt sie sich zunächst nach Verlust an.
- Nach Erschöpfung.
- Nach Orientierungslosigkeit.
- Nach dem Ende dessen, was bisher Sicherheit gegeben hat.
Aber vielleicht liegt genau darin auch eine Möglichkeit:
Nicht sofort den nächsten Weg zu kennen.
Sondern zunächst stehen zu bleiben und zu fragen:
- Was davon gehört wirklich noch zu mir?
Mit diesen Fragen werde ich mich hier in der nächsten Zeit beschäftigen.
- Es wird um Veränderung gehen.
- Um Erschöpfung und Resilienz.
- Um Leistung und Selbstwert.
- Um Verantwortung und Grenzen.
- Um Bindung, Zugehörigkeit und Verlustangst.
Und um die Frage, wie wir ein Leben gestalten können, das uns nicht nur fordert – sondern uns auch trägt.
Vielleicht stehst du gerade selbst an einer Weggabelung.
#Weggabelung #Veränderung #Selbstwert #Resilienz #Neuorientierung
Wenn Schweigen lauter wird als Worte: Wege aus der Beziehungskrise
Kennen Sie den Moment, in dem ein harmloser Satz plötzlich das Fass zum Überlaufen bringt? Man redet aneinander vorbei, zieht sich verletzt zurück oder verhakt sich immer wieder in denselben Vorwürfen.
In Partnerschaften entstehen solche Muster oft schleichend. Nicht, weil keine Liebe mehr da ist, sondern weil Alltagstrubel und unausgesprochene Enttäuschungen den Blick verstellen. Eine professionelle Paarberatung in Oberursel bietet genau hier einen geschützten Raum, um innezuhalten und den Kreislauf aus Vorwurf und Distanz zu durchbrechen.
Im gemeinsamen Gespräch geht es nicht darum, Schuldige zu suchen oder Recht zu behalten. Es geht darum, die wirklichen Bedürfnisse und Emotionen hinter der Frustration sichtbar zu machen. Mit empathischer, allparteilicher Begleitung – bei Bedarf auch im Tandem mit zwei Blickwinkeln – lernen Paare, destruktive Sprachmuster abzulegen und wieder echtes Verständnis füreinander aufzubauen.
Krisen sind kein Zeichen des Scheiterns, sondern oft der Beginn einer tieferen Verbundenheit. Der erste Schritt erfordert Mut, aber er lohnt sich: für ein Miteinander, das sich im Alltag wieder nach einem sicheren, verständnisvollen Zuhause anfühlt.
Nicht jede Jacke, die dir jemand hinhält, gehört auch dir.
Vielleicht kennst du das:
Jemand ist enttäuscht – und du fühlst dich verantwortlich.
In der Familie herrscht schlechte Stimmung – und du versuchst, sie wieder auszugleichen.
Jemand hat ein Problem – und während er noch erzählt, suchst du innerlich schon nach einer Lösung.
Eine Erwartung steht im Raum – und du fragst dich zuerst, wie du ihr gerecht werden kannst.
Gerade Frauen, die über viele Jahre viel Verantwortung getragen haben, kennen solche Reaktionen häufig.
Für Kinder.
Für Partnerschaft.
Für Eltern.
Für Beruf und Familie.
Für Harmonie und Zusammenhalt.
Irgendwann kann daraus etwas entstehen, das man als Überverantwortung beschreiben kann:
Wir unterscheiden nicht mehr bewusst zwischen
„Dafür bin ich verantwortlich.“
und
„Ich fühle mich dafür verantwortlich.“
Und genau darin liegt ein wichtiger Unterschied.
Denn die Gefühle eines anderen gehören zunächst dem anderen.
Seine Entscheidungen gehören ihm.
Seine Erwartungen sind nicht automatisch deine Verpflichtung.
Und auch die schlechte Stimmung eines Menschen musst du nicht sofort reparieren.
Trotzdem springen manchmal alte innere Programme an:
„Ich muss helfen.“
„Ich darf niemanden enttäuschen.“
„Ich muss dafür sorgen, dass wieder alles gut ist.“
„Wenn ich Nein sage, bin ich egoistisch.“
Solche Muster entstehen nicht grundlos. Sie haben oft lange dabei geholfen, Zugehörigkeit, Anerkennung, Harmonie oder Sicherheit zu erhalten.
Aber was einmal hilfreich war, muss heute nicht mehr zu dir passen.
Deshalb lohnt sich eine kleine Unterbrechung.
Bevor du die nächste Jacke anziehst, frag dich:
Gehört diese Jacke überhaupt zu mir?
Oder war sie einmal meine – und passt heute einfach nicht mehr?
Manche Rollen, Erwartungen und Verhaltensweisen haben uns über viele Jahre begleitet.
Vielleicht waren sie früher sinnvoll.
Vielleicht haben sie uns geschützt.
Vielleicht haben sie uns geholfen, dazuzugehören oder Konflikte zu vermeiden.
Aber nur weil etwas lange zu uns gehört hat, müssen wir es nicht für immer weitertragen.
Gesunde Abgrenzung bedeutet nicht, kalt oder gleichgültig zu werden.
Sie bedeutet, bewusster zu entscheiden:
Was ist wirklich meins?
Was darf beim anderen bleiben?
Und was darf ich endlich ausziehen, weil es heute nicht mehr zu mir passt?
Vielleicht ist genau das Selbstfürsorge:
Nicht jede Jacke anzuziehen – und auch nicht jede alte weiterzutragen.
Welche „Jacke“ trägst du noch, obwohl du längst spürst, dass sie dir nicht mehr passt?
#FrauenInDerLebensmitte #GrenzenSetzen #Überverantwortung #AlteMuster #Selbstwahrnehmung #PsychologischeBeratung
𝗗𝘂 𝗳𝘂𝗻𝗸𝘁𝗶𝗼𝗻𝗶𝗲𝗿𝘀𝘁 𝗵𝗲𝗿𝘃𝗼𝗿𝗿𝗮𝗴𝗲𝗻𝗱. 𝗡𝘂𝗿: ...
𝗪𝗲𝗿 𝗳𝘂𝗻𝗸𝘁𝗶𝗼𝗻𝗶𝗲𝗿𝘁 𝗱𝗮 𝗲𝗶𝗴𝗲𝗻𝘁𝗹𝗶𝗰𝗵?
Was wir für unsere Persönlichkeit halten, ist oft nur eine sehr frühe Entscheidung – getroffen als Kind, aus Angst, nicht dazuzugehören.
In meinem neuen Artikel schreibe ich darüber, wie daraus eine ganze Persönlichkeit werden kann. Und wie du erkennst, wo du noch immer eine alte Rolle spielst.
Link zum Artikel im ersten Kommentar. 👇
Frage an dich: Wo spielst du gerade eine Rolle, die du dir vor sehr langer Zeit einmal gegeben hast?
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𝗩𝗶𝗲𝗹𝗹𝗲𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗯𝗲𝗴𝗶𝗻𝗻𝘁 𝗙𝗿𝗲𝗶𝗵𝗲𝗶𝘁 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗱𝗮𝗺𝗶𝘁, 𝗷𝗲𝗺𝗮𝗻𝗱 𝗡𝗲𝘂𝗲𝘀 𝘇𝘂 𝘄𝗲𝗿𝗱𝗲𝗻. 𝗦𝗼𝗻𝗱𝗲𝗿𝗻 𝗱𝗮𝗺𝗶𝘁, 𝗱𝗶𝗰𝗵 𝗮𝗻 𝗱𝗲𝗻 𝘇𝘂𝗲𝗿𝗶𝗻𝗻𝗲𝗿𝗻, 𝗱𝗲𝗿 𝗱𝘂 𝘄𝗮𝗿𝘀𝘁, 𝗯𝗲𝘃𝗼𝗿 𝗱𝘂 𝘄𝘂𝗿𝗱𝗲𝘀𝘁, 𝘄𝗮𝘀 𝗮𝗻𝗱𝗲𝗿𝗲 𝘃𝗼𝗻 𝗱𝗶𝗿 𝗯𝗿𝗮𝘂𝗰𝗵𝘁𝗲𝗻
Seine Aufgabe ist nicht,
dem Menschen zu sagen,
wer er sein soll.
Seine Aufgabe ist es,
einen Raum zu schaffen,
in dem der Mensch erkennen kann,
was in ihm selbst längst da ist.
Unter all den Mustern,
Schutzmechanismen und Geschichten,
die sich über Jahre um ihn/sie
drum gewickelt haben.
Therapie bedeutet nicht,
einen Menschen zu formen.
Sondern ihm dabei zu helfen,
sich zu ent-wickeln.
Mittwochs-Beobachtung
Ich muss gerade ein bisschen über mich selbst schmunzeln.
Ich bin so tief in meinem neuen Projekt drin, dass ich tatsächlich alles um mich herum vergessen kann. Die Hunde, meinen Mann, die Uhrzeit, und manchmal sogar Essen und trinken.
Ich bin dann einfach weg.
Nicht körperlich, aber mit meinem Kopf komplett in dieser neuen Welt. Und ich merke gerade, dass das eine ziemlich interessante Seite von mir ist.
Ich liebe es, mich in etwas reinzudenken. Dinge zu entwickeln. Zusammenhänge zu sehen. Ideen weiterzuspinnen. Dieses Gefühl zu haben: Da entsteht gerade etwas.
Das macht unglaublich viel mit mir. Aber es hat eben auch eine Kehrseite, denn wenn ich aufpasse, merke ich irgendwann: Ich bin schon wieder so weit weg von mir, dass ich gar nicht mehr mitbekomme, was ich eigentlich brauche.
Hunger? Keine Ahnung.
Müde? Wahrscheinlich.
Die Hunde warten vielleicht schon darauf, dass sie endlich ihr Futter bekommen. Und mein Mann hat mich vermutlich auch schon irgendwann etwas gefragt, was ich nur mit einem halbherzigen „Mhm“ beantwortet habe.
Ich finde das gerade deshalb so spannend, weil wir immer über das Funktionieren sprechen. Über Frauen, die für alle anderen da sind, über To-do-Listen, über Leistung, über das ständige Machen. Aber es gibt offenbar auch eine andere Variante davon.
Man kann sich nämlich auch in etwas verlieren, das man selbst liebt, und auch dann kann man sich selbst aus dem Blick verlieren. Nicht weil man muss, sondern weil man so sehr will. Vielleicht ist die Frage deshalb gar nicht immer:
„Was muss ich weniger tun?“ Passender wäre: „Bin ich eigentlich noch da?“
Mitten in dem, was ich gerade tue.
Mitten in meiner Begeisterung.
Mitten in meinem neuen Projekt.
Und vielleicht ist genau das gerade meine kleine Erinnerung an mich selbst:
Das Projekt darf wichtig sein, aber ich bin es auch!
Weniger Funktionieren. Mehr DU.
Von Herzen
Melanie
#WenigerFunktionierenMehrDU
Wenn ein Mensch sich "erwischt" fühlt, passiert oft etwas sehr Interessantes.
Anstatt kurz innezuhalten und sich zu fragen: "Hat mein Gegenüber vielleicht einen wunden Punkt bei mir getroffen?", geht er in den Angriff.
Plötzlich wird zurückgeschossen.
Mit Ironie.
Mit Sarkasmus.
Mit einer spitzen Bemerkung.
Mit einem Vorwurf.
Oder indem der andere einfach klein gemacht wird.
Nicht unbedingt, weil dieser Mensch böse ist, sondern weil er sich in diesem Moment überfordert fühlt. Denn wer sich ertappt fühlt, spürt oft Scham, Unsicherheit oder den Verlust von Kontrolle. Und unser Gehirn versucht dann, uns blitzschnell zu schützen. Manchmal leider auf Kosten der Menschen, die uns am nächsten stehen. Ich beobachte das immer wieder – im privaten Umfeld genauso wie im Berufsleben.
Und weißt Du, was ich dabei besonders spannend finde? Je mehr wir funktionieren müssen, desto weniger Raum bleibt für ehrliche Selbstreflexion.
Dann wird Abwehr leichter als Erkenntnis.
Recht haben leichter als Hinsehen.
Und Angriff leichter als Verletzlichkeit.
Vielleicht liegt wahre Stärke gar nicht darin, immer die passende Antwort parat zu haben. Vielleicht beginnt sie genau in dem Moment, in dem wir sagen können: "Ja. Das hat gerade etwas in mir ausgelöst. Ich schaue mir das einmal an."
Das verändert Gespräche und Beziehungen. Und am Ende vielleicht sogar unser ganzes Leben.
Weniger Funktionieren. Mehr DU.
💛 Kennst Du solche Situationen – bei anderen oder vielleicht auch bei Dir selbst?
Herz-Licht Grüße
Melanie
Zu Beginn, wenn Menschen sagen sie hätten Standards, ist das falsch. Auf Standards kann man sich einigen, Standards können im Einvernehmen festgelegt werden, haben kann man sie nicht. Einseitig festgelegt werden können sie auch nicht. Es sei denn sie gelten nur einen persönlich. Nach außen können Standards nicht einfach einseitig angelegt werden. Kleinlich? Nö. Standards klingt so schön allgemeingültig, nach Qualität und Mehrheitsbeschluss, Erwartungen hat da schon einen anderen Klang.
Schon mal gehört, du entsprichst nicht meinem Standard? Oder du musst meinem Standard entsprechen? Da werden Erwartungen formuliert, denen kannst du entsprechen oder nicht. Das ist der Witz an der Sache, Standards sind verbindlich. Erwartungen, kannst du auch nein sagen. Wer einem Standard nicht entspricht, wird aussortiert. Wer einer Erwartung nicht entsprechen will, geht einen eigenen Weg. Eine Frage des Wollens und nicht des Müssens.