Über 10.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich durch Suizid!
von Marcus Woggesin – 10. September 2026Mehr als durch Verkehrsunfälle, Drogen und HIV zusammen. Zum Welttag der Suizidprävention am 10. September 2026 rückt ein Thema in den Fokus, das oft im Schweigen erstickt.
Hinter jeder Zahl steht ein Mensch. Rund 90 Prozent der Betroffenen litten an einer psychischen Erkrankung, am häufigsten an Depressionen. Einsamkeit, Trennungen, finanzielle Not oder chronische Erkrankungen können der Auslöser sein. Besonders alarmierend: Bei Menschen über 65 ist die Suizidrate seit 2020 um 30 Prozent gestiegen. Suizid ist die häufigste Todesursache bei jungen Menschen und weltweit die dritthäufigste bei 15- bis 29-Jährigen.
Doch es gibt Hoffnung. In Bayern zeigt der Krisendienst, wie Hilfe gelingt: kostenlos, rund um die Uhr, in über 120 Sprachen – unter 0800/6553000. Das Nürnberger Projekt [U25] setzt auf Gleichaltrige: Junge Ehrenamtliche beraten Jugendliche in Krisen – niedrigschwellig und wirksam. Auch die Telefonseelsorge (0800/1110111) und therapeut24.de ist anonym und jederzeit erreichbar.
Suizidprävention braucht verlässliche Strukturen: ein Suizidpräventionsgesetz, geschützte Brücken und Bahnstrecken, Aufklärung in Schulen. Der Welttag erinnert uns: Suizide sind kein unvermeidbares Schicksal. Hinschauen, zuhören, Hilfe anbieten – das kann Leben retten.