Eine Postkarte. Handschriftlich. Aus dem Kurzurlaub.
von Friederike von Corratio – 14. September 2026Meine liebe Mitarbeiterin Anke hat mir eine Postkarte geschickt.
Und ich freue mich darüber wahrscheinlich mehr, als man sich über eine Postkarte freuen „müsste“.
Denn eigentlich ist es ja nur ein Stück Papier.
Aber dann denke ich darüber nach, was dahintersteckt:
Sie war im Kurzurlaub.
Hat eine Karte gesehen.
Hat an mich gedacht.
Hat sie gekauft.
Sich hingesetzt und mir ein paar persönliche Zeilen mit der Hand geschrieben.
Eine Briefmarke besorgt.
Und sie abgeschickt.
Niemand macht das, weil es im Arbeitsvertrag steht.
Und vielleicht berührt es mich deshalb so.
Weil darin etwas sichtbar wird, das sich nicht verordnen lässt: Verbundenheit.
Anke und ich arbeiten miteinander. Natürlich.
Aber offenbar ist da über die Jahre etwas entstanden, das für mich weit über ein reines Arbeitsverhältnis hinausgeht.
Vertrauen. Zugewandtheit. Interesse am anderen. Und dieses schöne Gefühl, dass man sich auch dann im Kopf und vielleicht ein bisschen im Herzen hat, wenn gerade niemand arbeitet.
Ich empfinde das als großes Kompliment. Und als Geschenk.
Vielleicht reden wir in der Arbeitswelt manchmal so viel über Führung, Bindung, Benefits, Motivation und Unternehmenskultur, dass wir vergessen, woran man eine gute Beziehung manchmal erkennt.
An einer handgeschriebenen Postkarte aus dem Kurzurlaub zum Beispiel.
Ich fühle mich damit gerade ziemlich gesegnet.
Und ich wünsche mir, dass viel mehr Menschen ihre Zusammenarbeit so erleben dürfen:
nicht nur professionell miteinander verbunden, sondern menschlich miteinander vertraut.
Danke, liebe Anke. ❤️