Wieviel Lebenszeit geben wir eigentlich wofür?
von Heika Rogge - Meinen – 14. September 2026Dieser Text wurde mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt.
Vielleicht arbeiten wir manchmal so viel für das Leben, das wir uns ermöglichen wollen, dass uns zu wenig Zeit bleibt, dieses Leben miteinander zu leben.
Dieser Gedanke ist mir in den letzten Tagen sehr nah gekommen.
Ausgelöst durch ein Gespräch in meinem privaten Umfeld.
Es war eines dieser Gespräche, für die im normalen Alltag oft scheinbar keine Zeit ist.
Kein Gespräch über Termine.
Nicht darüber, was noch erledigt werden muss.
Nicht über Arbeit, Organisation oder die nächste Aufgabe.
Sondern über das Leben.
Über Erfahrungen.
Über Dinge, die einen geprägt haben.
Über Kindheit.
Über das, was einen beschäftigt, bewegt und vielleicht auch schon lange begleitet.
Und irgendwann habe ich mich gefragt:
Wann nehmen wir uns eigentlich wirklich Zeit, miteinander zu sprechen?
Nicht die Zeit, die zufällig übrig bleibt.
Sondern Zeit, die wir bewusst füreinander reservieren.
Wir leben häufig mit dem Gedanken:
Wenn die Kinder größer sind, habe ich mehr Zeit.
Wenn sie aus dem Haus sind, habe ich mehr Zeit.
Wenn es im Beruf ruhiger wird.
Wenn dieses Projekt abgeschlossen ist.
Wenn Urlaub ist.
Wenn ich irgendwann in Rente bin.
Dann.
Dann machen wir die Reise.
Dann kümmern wir uns mehr um unsere Beziehung.
Dann treffen wir Freunde wieder öfter.
Dann nehme ich mir mehr Zeit für mich.
Nur dieses „Dann“ verschiebt sich erstaunlich leicht immer weiter.
Und gerade in der Lebensmitte verändert sich der Blick auf Zeit.
Manchmal reicht bei mir inzwischen schon Musik.
Wenn ein Lied aus den 80er- oder 90er-Jahren läuft, denke ich:
Moment mal.
In den 80ern war ich zehn.
In den 90ern zwanzig.
Und plötzlich liegen da 35 oder 40 Jahre dazwischen.
Als junge Frau erschien mir diese Zeit unendlich.
Heute empfinde ich sie anders.
Nicht angstvoll.
Aber bewusster.
Und wenn Krankheit plötzlich in ein Leben tritt, kann sich dieses Empfinden noch einmal vollkommen verändern.
Auf einmal ist Zeit nicht mehr selbstverständlich.
Dann bekommt ein gesunder Tag einen anderen Wert.
Ein gemeinsamer Abend.
Ein Gespräch.
Ein Spaziergang.
Eine Umarmung.
Einfach zusammen sein.
Natürlich brauchen wir Geld.
Wir müssen unsere Miete bezahlen, für unsere Zukunft vorsorgen und möchten uns etwas ermöglichen.
Und ja, wir geben einen Teil unserer Lebenszeit für unsere Arbeit.
Das gehört zum Leben dazu.
Aber vielleicht sollten wir trotzdem gelegentlich innehalten und fragen:
Wie viel Lebenszeit gebe ich wofür?
Denn Geld und Zeit sind beides wertvolle Ressourcen.
Mit einem entscheidenden Unterschied:
Geld können wir wieder verdienen.
Vergangene Lebenszeit können wir nicht zurückkaufen.
Und das bedeutet nicht, dass jede freie Minute mit einem besonderen Erlebnis gefüllt werden muss.
Zeit kann auch bedeuten:
Eine Stunde auf dem Sofa.
Ein Kaffee ohne Blick auf die Uhr.
Ein tiefes Gespräch.
Gemeinsames Schweigen.
Zeit mit einem Menschen, der mir wichtig ist.
Oder Zeit nur mit mir.
Zeit, um einmal nicht zu funktionieren.
Zu spüren.
Gedanken zu sortieren.
Mich zu fragen:
Wie geht es mir eigentlich gerade?
Auch eine psychologische Beratung kann genau so ein bewusst gewählter Raum sein.
Zeit für sich selbst.
Für Gefühle.
Für Gedanken.
Für eine Bestandsaufnahme.
Nicht, weil mit einem Menschen etwas „nicht stimmt“.
Sondern weil wir uns in unserem Alltag manchmal für alles Zeit nehmen – nur nicht dafür, wirklich bei uns selbst hinzuhören.
Vielleicht ist Lebenszeit deshalb nicht einfach etwas, das vergeht.
Wir verteilen sie jeden einzelnen Tag.
An unsere Arbeit.
An Verpflichtungen.
An andere Menschen.
An unsere Beziehungen.
Und hoffentlich auch an uns selbst.
Für mich bleibt deshalb gerade eine Frage:
Wofür möchte ich die Zeit, die ich habe, wirklich einsetzen?
Und vielleicht noch eine zweite:
Mit wem möchte ich mir wieder einmal bewusst Zeit nehmen – für ein Gespräch, das tiefer geht als der Alltag?