Da bist du ja!

von Ulrike Scholz – 16. September 2026

Letzte Woche war ich wieder an meinem Wohlfühlort an der Ostsee.

Ich liebe es, dort einfach in den Tag hineinzuleben. Mich treiben zu lassen. 
Ohne Plan, ohne Ziel. Neugierig zu sein auf das, was kommt.
Auf Begegnungen, Natur, Wind, Wasser, Wellen, Regen und Sonnenschein.

Im Hier und Jetzt sein.

So habe ich übrigens auch den kleinen Glücksbringer auf dem Bild gefunden. Oder hat er mich gefunden?

Ich saß in Gedanken versunken am Meer, zu meinen Füßen viele Feuersteine.
Ich schaute nach unten. Und da lag er.
„Da bist du ja“, sagte ich laut. Ja. Da war er.
Bereit, aufgehoben zu werden und mit mir die Reise nach Erlangen anzutreten.

Wie oft wünschen wir uns etwas, das in der Zukunft liegt.
Etwas, von dem wir noch gar nicht wissen, ob wir es jemals bekommen werden.
Und während wir darauf warten, übersehen wir vielleicht, was gerade schon da ist.

Wie wäre es, wenn wir uns öfter ins Hier und Jetzt zurückholen?

Ich bin gerade hier. Am Ostseestrand. Die Sonne scheint.
Und ich habe soeben einen Hühnergott gefunden. 😊
Danke. Danke für diesen Moment.
Danke, dass ich hier oben an der Küste ein paar Tage Urlaub verbringen kann.
Nur für mich. Nur mit mir.
Genießen. Träumen. Mich treiben lassen.

Mir fiel in dieser Woche auf, dass das nicht allen leichtzufallen scheint.
Die freien Tage sollen möglichst perfekt sein. Man möchte etwas erleben. 
Das Handy ist jederzeit bereit, um alles festzuhalten.
Und wenn dann etwas nicht so läuft wie geplant, kommt schnell Unzufriedenheit auf.

Ich frage mich:
Wie gut gelingt es uns eigentlich, wirklich anzukommen?
Nicht nur am Urlaubsort.
Sondern im Moment.
Bei uns.

Können wir einen freien Tag – im Urlaub oder am Wochenende – einfach mal planlos verbringen? Entspannen und genießen?
Oder kommt bald Unruhe auf und beginnen wir wieder, etwas zu planen, zu optimieren oder festhalten zu wollen?

Vielleicht ist genau das die Übung:
Ruhe aushalten, auch wenn gerade nichts Spektakuläres passiert.
Und einen schönen Moment wahrnehmen und genießen, ohne ihn festhalten oder optimieren zu müssen.

Durch mein Innehalten habe ich den kleinen Glücksbringer gefunden. Oder er mich.

Ich nehme den Stein mit in meinen Alltag nach Erlangen. 
Manchmal nehme ich ihn in die Hand, oder halte ihn in die Sonne.
Wenn ich die Augen schließe, bin ich für einen Moment wieder dort. Am Meer.

Das ist übrigens auch eine Frage, die ich meinen Klienten gerne stelle, wenn sie erzählen, wie gut es ihnen im Urlaub gegangen ist.

Was kannst du als Ressource mit in deinen Alltag nehmen?
Ein kleines Andenken? Ein Ritual? Eine Gewohnheit?
Oder einfach die Erinnerung daran, wie es sich angefühlt hat, Zeit für dich zu haben?

Ich möchte Menschen dabei unterstützen, sich einen Alltag zu gestalten, den sie mögen.
Einen Alltag, aus dem sie nicht ständig fliehen müssen – ins Wochenende, in den nächsten Urlaub oder ins nächste große Abenteuer.

Zeit ist kostbar. Leben ist Zeit. Zeit zum Genießen.

#Achtsamkeit #Lebensfreude #Psychotherapie

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