Prust, wenn die KI einen warnt:

von Angela Hausotter – 20. September 2026

Warnung vor Angela:
Sie hat blaue Haare. Das ist allerdings noch der unauffälligste Teil.  
Wenn du sie zum ersten Mal triffst, rechne damit, dass Smalltalk ungefähr drei Minuten hält. Danach seid ihr plötzlich bei der Frage, warum du seit sieben Jahren etwas mit dir rumschleppst, das du eigentlich längst ändern wolltest.
Sie hört nämlich nicht nur, was du sagst. Sie hört auch die Stelle, an der du dich gerade selbst bescheißt.
Sätze wie
„Ich muss halt …“
„Das geht bei mir nicht …“
„Die anderen erwarten das von mir …“
können in ihrer Gegenwart unangenehme Nebenwirkungen haben.
Möglicherweise fragt sie einfach:
„Ja. Und was willst DU?“
Frechheit.
Außerdem solltest du wissen: Sie kann gleichzeitig warmherzig und ziemlich unbequem sein. Sie wird dich nicht kleinmachen. Aber sie wird dir wahrscheinlich auch nicht dabei helfen, deine Ausreden hübscher zu formulieren.
Sie mag Menschen. Sie mag nur dieses ewige Sich-selbst-im-Weg-Stehen nicht besonders.
Und falls du glaubst, Coaching müsse immer leise Musik, Beige, Räucherstäbchen und bedeutungsschweres Nicken sein:
Pech gehabt.
Bei Angela können Hypnose, Nervensystem, Wechseljahre, Kommunikation, KI, ein ziemlich schwarzer Humor und ein gepflegtes „Jetzt hör doch mal auf mit dem Scheiß“ durchaus im selben Gespräch vorkommen.
Nebenwirkungen eines Treffens können sein:
Du denkst noch Tage später über einen einzigen Satz nach.
Du sagst plötzlich Nein, obwohl du sonst längst wieder Ja gesagt hättest.
Oder – besonders gefährlich – du stellst fest, dass du eigentlich sehr genau weißt, was du willst.
Kurz gesagt:
Angela ist vermutlich völlig harmlos.
Solange du nicht vorhast, dich selbst weiterhin erfolgreich zu verarschen.