Samstag bin ich auf der Frankfurter Buchmesse und habe mein Interview zum Buch.
von Marlies Koel – 08. Oktober 2026Tausende Bücher, Tausende Stimmen, Menschen aus aller Welt. Und mittendrin mein Buch, frisch aus dem Druck.
Wenn ich an diese Hallen denke, sehe ich vor allem eins: eine riesige, wunderbare Sehnsucht. Menschen suchen Antworten. Sie greifen nach Seiten, nach Sätzen, nach Stimmen, die ihnen etwas über das Leben erzählen.
Ich liebe Bücher. Und ich weiß aus dreißig Jahren Praxis: Das beste Buch wirkt wie ein Spiegel. Es zeigt dir etwas, das längst in dir wohnt.
Deshalb möchte ich dir heute die vielleicht einfachste und zugleich ehrlichste Übung aus meinem Buch schenken.
Die Spiegelübung.
Stell dich vor einen Spiegel. Lass Frisur und Kleidung beiseite, all das, was du sonst prüfst und korrigierst.
Schau dir in die Augen. Dem Menschen, der deinen Blick erwidert.
Und dann sag diese drei Sätze:
Ich kenne dich.
Ich sehe dich.
Ich sage Ja zu dir.
Für viele Menschen ist das zunächst ein großer Moment. Sie haben gelernt, sich kritisch zu betrachten, sich zu optimieren, sich über Leistung und Funktion wahrzunehmen.
Und plötzlich steht da einfach ein Mensch im Spiegel. Die Rolle tritt zurück. Der Mensch selbst tritt nach vorn.
Wenn dir die drei Sätze heute zu groß erscheinen, wählen wir gemeinsam einen Satz, der jetzt schon stimmt. Zum Beispiel:
Ich entscheide mich, dich kennenzulernen.
Ich werde dir die beste Freundin sein, die du haben kannst. (Oder der beste Freund.)
Ich finde den Weg zu dir.
Ein Satz genügt für den Anfang. Er ist der erste Schritt einer echten Beziehung. Der Beziehung zu dir selbst.
Der Spiegel ist für mich ein genialer Ort. Er zeigt einfach, was ist. Ganz ruhig. Ganz ehrlich.
Wir Menschen suchen Erkenntnis gern im Spektakel, im großen Umbruch, auf den großen Bühnen. Für viele beginnt die wichtigste Begegnung ihres Lebens an einem viel stilleren Ort. Im Badezimmer, an einem ganz gewöhnlichen Morgen.
Morgen darf ich in Frankfurt über dieses Buch sprechen. Ich freue mich riesig darauf.
Und gleichzeitig weiß ich: Die wichtigste Bühne hast du jeden Morgen zu Hause. Direkt vor deinen Augen.
𝗝𝗲𝘁𝘇𝘁 𝗱𝘂
Wann hast du dir zuletzt wirklich in die Augen geschaut?
Welcher der Sätze fühlt sich für dich heute stimmig an?
Probier es morgen früh aus. Ein Blick, ein Satz, dreißig Sekunden. Und beobachte, was sich in dir bewegt.
𝗜𝗰𝗵 𝗸𝗲𝗻𝗻𝗲 𝗱𝗶𝗰𝗵. 𝗜𝗰𝗵 𝘀𝗲𝗵𝗲 𝗱𝗶𝗰𝗵. 𝗜𝗰𝗵 𝘀𝗮𝗴𝗲 𝗝𝗮 𝘇𝘂 𝗱𝗶𝗿.
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