Mittwochs-Beobachtung

von Melanie J o c h e m – 26. August 2026

Ich muss gerade ein bisschen über mich selbst schmunzeln.
Ich bin so tief in meinem neuen Projekt drin, dass ich tatsächlich alles um mich herum vergessen kann. Die Hunde, meinen Mann, die Uhrzeit, und manchmal sogar Essen und trinken.

Ich bin dann einfach weg.

Nicht körperlich, aber mit meinem Kopf komplett in dieser neuen Welt. Und ich merke gerade, dass das eine ziemlich interessante Seite von mir ist.
Ich liebe es, mich in etwas reinzudenken. Dinge zu entwickeln. Zusammenhänge zu sehen. Ideen weiterzuspinnen. Dieses Gefühl zu haben: Da entsteht gerade etwas.

Das macht unglaublich viel mit mir. Aber es hat eben auch eine Kehrseite, denn wenn ich aufpasse, merke ich irgendwann: Ich bin schon wieder so weit weg von mir, dass ich gar nicht mehr mitbekomme, was ich eigentlich brauche.

Hunger? Keine Ahnung.
Müde? Wahrscheinlich.

Die Hunde warten vielleicht schon darauf, dass sie endlich ihr Futter bekommen. Und mein Mann hat mich vermutlich auch schon irgendwann etwas gefragt, was ich nur mit einem halbherzigen „Mhm“ beantwortet habe.

Ich finde das gerade deshalb so spannend, weil wir immer über das Funktionieren sprechen. Über Frauen, die für alle anderen da sind, über To-do-Listen, über Leistung, über das ständige Machen. Aber es gibt offenbar auch eine andere Variante davon.

Man kann sich nämlich auch in etwas verlieren, das man selbst liebt, und auch dann kann man sich selbst aus dem Blick verlieren. Nicht weil man muss, sondern weil man so sehr will. Vielleicht ist die Frage deshalb gar nicht immer:
„Was muss ich weniger tun?“ Passender wäre: „Bin ich eigentlich noch da?“

Mitten in dem, was ich gerade tue.
Mitten in meiner Begeisterung.
Mitten in meinem neuen Projekt.

Und vielleicht ist genau das gerade meine kleine Erinnerung an mich selbst:
Das Projekt darf wichtig sein, aber ich bin es auch!

Weniger Funktionieren. Mehr DU.
Von Herzen
Melanie

#WenigerFunktionierenMehrDU