Wie bleibe ich bei mir, ohne mich von anderen zu entfernen?
von Ulrike Scholz – 26. August 2026Vielleicht kennst du das:
Du möchtest keinen Streit.
Du möchtest niemanden enttäuschen.
Also sagst du lieber Ja, obwohl du eigentlich Nein meinst.
Du übernimmst Verantwortung.
Passt dich an.
Hältst aus.
Und irgendwann merkst du:
Ich weiß gar nicht mehr, was ich eigentlich selbst möchte.
Viele von uns haben früh gelernt, dass Harmonie, Anerkennung oder Zugehörigkeit davon abhängen können, wie sehr sie sich anpassen und um andere kümmern.
Aber was früher einmal geholfen hat, Beziehungen zu sichern, kann später zur Belastung werden.
Denn eine erfüllende Beziehung bedeutet nicht, sich selbst aufzugeben.
Sie bedeutet auch:
- eigene Bedürfnisse wahrnehmen.
- Grenzen setzen.
- Nein sagen dürfen.
- Eine eigene Meinung haben.
- Verantwortung dort lassen, wo sie hingehört.
Und trotzdem verbunden bleiben.
Das ist manchmal schwieriger, als es klingt.
Denn wenn wir gelernt haben, dass ein Nein zu Ablehnung oder Konflikt führen könnte, fühlt sich Abgrenzung zunächst ungewohnt, vielleicht manchmal sogar gefährlich an.
Dann kann ein kleiner Satz helfen:
Was brauche ich gerade?
Und nicht: Was braucht der andere?
Oder: Was wird von mir erwartet?
Nein, zunächst einmal:
Was brauche ich?
Das bedeutet nicht, egoistisch zu werden. Im Gegenteil.
Denn je besser ich mit mir selbst verbunden bin, desto echter kann auch meine Verbindung zu anderen werden.
Vielleicht beginnt Selbstfürsorge deshalb nicht damit, sich von anderen zu entfernen und den Kontakt abzubrechen.
Sondern damit, aufzuhören, sich selbst zu verlassen.
Wo merkst du manchmal, dass du dich in einer Beziehung zu sehr anpasst?
#Beziehungen #Selbstfürsorge #Selbstwirksamkeit